Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
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Honorius kehrte nach Ravenna zurück. Er starb im Jahre423. Seine Bestattung fand zu Rom in der Basilika St. Petristatt.

V.

Wir kehren noch einmal zu den Westgoten zurück, 11m dieweltgeschichtliche Perspektive ihrer großen gallisch-spanischenEntwicklung (Reich von Toulouse und später Toledo 415711)nicht aus den Augen zu verlieren, andererseits aber auch wegeneiner sehr bedeutsamen Beziehung der Gotengeschichte zu demweströmischen Reich, welche in der Person der Gotenfürstin GallaPlacidia, der Schwester des Kaisers Honorius , und der Mutterdes Kaisers Valentianus III. verkörpert erscheint.

Vor dem Abzug der Goten aus Italien nach Gallien hattenKaiser Honorius und König Ataulf einen Vertrag vereinbart,welcher durch die Eheschließung Ataulfs mit der Placidia be-siegelt wurde.

Nach dem Tode des Ataulf (415) kehrte Placidia an denHof von Ravenna zurück, wo sie im Jahre 417 dem großen Heer-führer Constantius ihre Hand reichte. Sie gebar diesem imJahre 418 eine Tochter Honoria, 419 einen Sohn Valentinian .

Die Tochter Honoria wurde Gegenstand eines Hofskandals,der sich zu einer politischen Affäre größten Kalibers auswuchs.Im Jahre 434 wurde die 17-jährige Honoria in Ravenna durchihren Hofmeister Eugenius Mutter. Dieserhalb in das Gefängnisgeworfen, fand sie die Möglichkeit, von dort aus, dem Hunnen-könig Attila schriftlich, unter Übersendung eines Brautrings,ihre Hand anzutragen. Attila erklärte die Annahme der Verlo-bung und forderte die Freigabe der Honoria. Diese aber wurdezu Eheschließung mit einem Hofbeamten gezwungen und dannverurteilt, im Gefängnis zu verschmachten.

Als Attila im Frühjahr 452 nach Italien hinabmarschierte,um gegen Rom zu ziehen, machte er sein Recht auf Hand undErbe der Honoria zur Grundlage seines Vorgehens.

Nach dem Tode des Honorius bewirkte Placidia mit byzan-tinischer Hilfe (sie landete 425 mit einem byzantinischen