Von 1260 bis 1305
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in Besitz und ließ sich am ii. August 1258 in Palermo als Königvon Sizilien krönen.
Der Knabe Konradin, welchen sein Vater nie gesehen hat,da der Knabe in Landshut geboren wurde, nachdem König Kon-rad seinen Todeszug nach Italien angetreten hatte, lebte inDeutschland still und unbemerkt, zuerst mit seiner Mutter Elisa-beth, nach deren Wiederverheiratung (mit dem Grafen vonGörz) teils bei deren Bruder, dem Bayernherzog Ludwig „demStrengen“ in Donauwörth, teils bei seinem Erzieher, dem Bi-schof Eberhard, an den lieblichen Ufern des Bodensees, in Kon-stanz, hingegeben an die erhabenen Traditionen seines edlenGeschlechtes, und begeistert für Heldenlieder und Heldentaten.
Aus der Umgebung Konradins begab sich nach der Krö-nung Manfreds eine Gesandtschaft nach Sizilien zu Manfred,bei welchem sie gegen die Nichtachtung der Rechte Konradinsprotestierte.
Manfred erklärte darauf, daß die Herrschaft eines fern inDeutschland lebenden Kindes über Sizilien unmöglich sei, daßdieses Land nur einem einheimischen Fürsten gehorchen werde,wie ihm, der er durch Geburt und Sitte Italiener sei. DasKönigreich, welches er mit seinem Schwert zwei Päpsten ab-gekämpft habe, wolle er als das seinige beherrschen. Nachseinem Tode möge Konradin sein Nachfolger werden.
Manfred hatte sich von der Dynastie seines deutschenFürstenhauses tatsächlich losgesagt. Er war ein national-italieni-scher Herrscher geworden, in Überbietung der TendenzenFriedrichs II. Manfred sprach offen aus, daß sein Ziel dieWiederherstellung des römischen Kaisertums sei, dessen Kroneer in Rom vom römischen Volke nehmen werde.
Während seiner mehrjährigen glänzenden Regierung, wel-che für Sizilien die glücklichste Zeit mit aufblühendem Handel,Wohlstand und gepflegter Lebensfreude brachte, führte Man-fred eine beispiellos prächtige Hofhaltung. In seinem Königs-palast am Meeresstrand zu Palermo wurden Ritterspiel, Gesang,