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Die Folgen des deutsch-österreichischen Münz-Vereins von 1857 : ein Beitrag zur Geld- und Währungs-Theorie / von Karl Helfferich
Entstehung
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I. ABSCHNITT.

DER DEUTSCHE MÜNZVEREIN 1857-1867.

I. VORGESCHICHTE.

Da ich lediglich die Absicht habe, Uber die Folgendes deutsch -österreichischen Münzvereins zu sprechen, glaubeich dessen Vorgeschichte mit wenigen Worten erledigenzu können. Einige Hindeutungen auf den grossen politischenZusammenhang werden genügen.

Bekannt sind Österreichs politische Bestrebungen in derMitte unseres Jahrhunderts:Grossdeutschland unter derLeitung Gesamtöstcrreiehs", 1 die grosse Idee des FürstenSchwarzenberg. Nur als Mittel zu diesem Zweck sollte diehauptsächlich von dem genialen Minister Freiherrn von Bruckbetriebene Zolleinigung sämtlicher deutscher Bundesstaaten,und später auch der deutsche Münz verein dienen. Bruckbekennt sich ausdrücklich zu diesem Gedanken in einer Denk-schrift an die provisorische Bundeskommission zu Frankfurt, vom 30. Mai 1850, in welcher es heisst:

Als den wichtigsten Schritt zu der politischen EinigungÖsterreichs und Deutschlands, gebaut nicht auf der Ober-herrlichkeit dieses oder jenes Staates, sondern auf der or-ganischen Einheit der Interessen, als Bürgschaft für eineglückliche Lösung der Wirrnisse, sowie für eine geordneteEntwicklung der inneren Zustände, betrachtet jeder durchSonderbelange nicht befangene Deutsche, wie jeder unbe-fangene (Österreicher, die österreichisch- deutsche Zolleinigung.

1 H. v. Sybel, die Begründung des Deutschen Reiches durchWilhelm I., 2. Bd. S. 69,