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In den Staaten des heutigen deutschen Reiches wurdenvon 1857 — 1871 geprägt: ca. 228,7 Millionen Thaler anVereinsthalern und Doppelthalern, und nur gegen 6,3 Mil-lionen Thaler an anderem Kurantgeld und zwar in Landes-kurantgeld der Thalerwährung ('/» und V« Thalerstücke)und in Kurantgeld der süddeutschen Währung zusammen-genommen. 1
Die naturgemässe Folge des Zwangskurses mit Agioin Osterreich war — wie überall — dass das Papier-geld das Metallgeld ausser Landes trieb; zunächstnatürlich die Vereinsthal er, welche ja in den benachbartendeutschen Staaten überall gleich den dortigen Vereinsthalernund den dortigen Landesmünzen in Zahlung genommenwerden mussten. So kam es, dass bei der Aufhebungdes Münzvertrages im Jahre 1867 der grösste Teil derösterreichischen Vereinsthaler sich im deutschen Umlaufebefand, während umgekehrt kaum irgend welche Thalerdeutschen Gepräges in Osterreich kursierten. 3 Man sahdamals in diesem Zustand von deutscher Seite keinen Nach-teil ; und wenn man genau überlegt, so findet man vielleichteher, dass auf die Dauer Osterreich der benachteiligte Teilgewesen wäre. Bei der Ausmünzung von Vereinsthalernkonnte die österreichische Regierung kaum einen nennens-werten Münzgewinn machen, weil sich überhaupt bei der
1 Die genauen Ziffern sind nach der Statistik in Nummer 15 derDrucksachen des Reichstags von 1873:Ausmünzung von 1857— 1871 :
in Zweithalerstücken 13 977 994 Thlr.,, Einthalerstüeken 214 720 531 „Summa : 228 698 525 ~
in Vereinzmünzen.
in V» Thalerstüoken 429 434 Thlr. 20 Sgr.., Ve ., 1 503 691 ., 5 „
., t / 1 Guldenstücken 214 072„ Vi » 2 225 408 „ 17 „ 1 Pf.
„ 7s , 1 914 266 „ 17 ., 2 „
Summa: 6 286 772 Thlr. 29 Sgr. 3 Pf.in Laudeskurantmünzen.
3 Soetber, Denkschrift betreffend die deutsche Münzeinigung,1869; abgedruckt in Hirths „A minien" 1869. Siehe dort S. 735 ff.