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Die Folgen des deutsch-österreichischen Münz-Vereins von 1857 : ein Beitrag zur Geld- und Währungs-Theorie / von Karl Helfferich
Entstehung
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I. ABSCHNITT.

bis zu Schlüsse des Jahres 1867 in Österreich geprägtenVereinsthalern", und diese sich stetig wiederholende Deut-lichkeit der Diktion ist für mich der einzige Umstand, answelchem sich schliessen lässt, dass man in deutschen Kreisenüberhaupt von der nachträglichen Ausmünzung etwas weiss,obwohl manches andere einen daran irre machen könnte. 1

Gesetzlich sind die 18G8er österreichischen Thalernicht deutsches Geld. Wo sich dieselben aber thatsächlichbefinden, und welches ihr thatsächliches Schicksal sein wird,darüber lässt sich jetzt noch nichts sagen.

Doch kommen wir nach dieser Abschweifung zu denrechtmässigen Vereinsthalern zurück!

Der Vertrag von 1867 verpflichtete die deutschenStaaten nur, dieselben vor Ablauf des Jahres 1870 nichtausser Kurs zu setzen vorausgesetzt, dass bei keinemder beiden Teile eine Änderung des Münzsysteines erfolgenwürde, welcher Fall, weil er nicht eintrat, für uns bedeu-tungslos ist. Und dann? nach Ablauf des Jahres 1870?Dann hat jeder Teil dem andern gegenüber auch bezüglichder Vereinsthaler völlig freie Hand. Er kann alle Vereins-

1 Einen Beweis, dass die nocli 1808 erfolgte Ausmünzung von Ver-einsthalern in Österreich noch heute so gut wie unbekannt, vielleichtsogar noch ganz unbekannt ist, gibt Salings Börsen - Jahrbuch für1893/94, Berlin 1893. Dort heisst es Seite 1 und 2:

Die bis 1S67 in Österreich gemünzten Thaler und Doppelthaler(später hat Österreich keine mehr geprägt) wurden etc. 1 '

Es scheint also, dass trotz der bereits 1892 vorliegenden Aus-weise in denStat. Tabellen zur Währungsfrage" deä k. k. Finanz-ministeriums von der nachträglichen Ausmünzung keine Notiz ge-nommen wurde.

Dazu kommt: Nummer 15 der Akten der Silberko mraission,handelnd vom deutschen Thalerumlauf, gibt eine detaillierte Auf-stellung der Ausprägungen und Einziehungen von österreichischen Thalern,sowie der in Gemässheit des Abkommens von 1892 an Österreich er-folgten Abschiebungen, um den in Deutschland noch befindlichen Restdieser Münzsorte zu ermitteln. Auch diese Aufstellung enthält nur diebis zum Schlüsse des Jahres 1867 geprägten Summen und schweigtvöllig über die im Jahre 1868 geprägten Stücke.