IV. ABSCHNITT.
I. DIE ÖSTERREICHISCHE THALERKRISIS UND DIEINTERPELLATION DES FÜRSTEN HOHENLOHE.
Gebranntes Kind scheut das Feuer. Wer an den öster-reichischen Gulden zu Schaden gekommen war, betrachtetejetzt auch die österreichischen Thaler mit einigem Miss-trauen. 1 Allmählich begann man sich über das diesen be-vorstehende Schicksal klar zu werden.
1 Unterm 19. Juni 1873, also noch vor Erlass dos Münzgesetzes,richtete die Leipziger Handelskammer eine Petition an denBundesrat, welche für die damalige Unklarheit bezüglich der öster-reichischen Gulden und Thaler sehr bezeichnend ist. Sie bittet denBundesrat, die österreichischen Gulden sofort und ohne Gestattung einerFrist zwischen der Bekanntmachung und dem Inkrafttreten der Ver-ordnung zu verbieten. Dann fährt die Eingabe fort:
„Das Verbot wird übrigens unseres Dafürhaltens aucli auf dieThaler und Doppelt haier österreichischen Gepräges zuerstrecken sein, von denen, wenn gleich die Ausprägung seit einerReihe von Jahren sistiert ist, immer noch etliche Millionen (sie!) inDeutschland kursieren dürften, und welche abgesehen von ihrer mitunserm bisherigen Münzsysteme übereinstimmenden Stückelung mit demGulden auf gleicher Stufe stehen. Eine vertragsmässige Verpflichtunggegenüber dem österreichischen Kaiserstaate steht, nachdem dieser ver-möge Vertrages vom 13. Juni 1867 aus dem 1857 begründeten Münz-