SCHI,USS.
.Deutschland fast alle österreichischen Thaler, Frankreich sehr viel italienisches und, aus andern Gründen, auch bel-gisches Geld — Gold- und Silbergeld — aufnahm, hattenjedoch solange nichts nachteiliges, als nicht eine Verschiebungder ursprünglichen Vertragsbasis, ein WährungsWechseleintrat. Ein solcher kam in beiden Münzvereinen. Zuunterscheiden ist jedoch, dass der deutsche Wahrungs-wechsel eintrat, als zwar nach den Landesgesetzenin Deutschland und Österreich die Gemeinschaftlichkeitdes Umlaufs an Vereinsthalern noch fortbestand, Ver-trags massige Abmachungen über das gemeinschaftlicheUmlaufsmittel jedoch nicht mehr existierten; dass im lateini-schen Münzbund der Währungswechsel jedoch währendder Dauer des vertragsmäßigen Verhältnisses selbst voll-zogen wurde. Ferner: Während im ehemaligen deutschen Münzverein durch Deutschlands Übergang von der Silber-währung zur Goldwährung, also durch einen einseitigenWährungswechsel, das gesamte ursprünglich vollwertigeKurantgeld nur in einem Teile des Münzvereins, nämlichin Deutschland , unterwertig wurde, in dem andern da-gegen , in Osterreich in Folge der fortbestehenden Silber-währung, vollwertig blieb, ereignete es sich im lateini-schen Münzbunde, dass durch den Übergang sämtlicherBeteiligten von der Doppelwährung zur thatsächlichen Gold-währung nur ein Teil des bisher vollwertigen Kurant-geldes, nämlich das Silberkurantgeld, unterwertigwurde, und zwar gleichmässig in allen beteiligtenStaaten. — Beim deutschen Münzverein haben wir alsoeinen Staat, der die Unterwertigkeit der gesamten,ursprünglich gemeinsamen Umlauf'smittel empfindet, beimlateinischen Münzbund ist es die Gesamtheit der Vertrags-staaten, welche unter der Unterwertigkeit nur einesTeiles der gemeinschaftlichen Umlaufsmittel leidet. —Verluste ergeben sich in beiden Fällen. Wie sind diese beieiner endgiltigen Regelung zu verteilen?
.Iuris tisch ist in beiden Fällen eine Entscheidungunmöglich. Im Falle der österreichischen Thaler existiertekein völkerrechtlicher Vertrag mein-, auch alle subsidiären