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Ludwig Bamberger : eine biographische Skizze / von Otto Hartwig
Entstehung
Seite
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notiren daher mir, dass Bambergcr am 9. Mai mit Zitz andeinem Hauten Rheinhessen Mainz verliess, um einer Auf-forderung zu folgen, einer Sehaar von 30000 aufständischenRheinbaiern zuzuziehen, und dann am 22. Juni mit demselbenZitz nach unsäglichen Enttäuschungen, aufreibenden Anstren-gungen und schweren Kümmernissenohne den Schatten einesSchattens von Hoffnung auf den badischen Aufstand in Basel auf den sicheren Boden der Schweiz übertrat.

In Basel blieben die Flüchtlinge nur kurze Zeit, um sichdann, von einem schweizerischen Studiengenosssen Bambergersmit einigem Geld versehen, nach Zürich zu begeben. Nach-dem liier rasch die Erlebnisse aus der Bfälzer Erhebung zuPapier gebracht waren, ging es mit fünf andern Flüchtlingenzu Eusse durch das Berner Oberland und das Rhonethal nachGenf weiter. Dort wollten Zitz und Bambergcr die Entwick-lung ihrer Geschicke zunächst abwarten. Da der Heidel-berger Universitätsfreund und Parteigenosse Friedrich Kapp hier bei dem berühmten russischen Flüchtling AlexanderHerzen als Hauslehrer fungirte, wurde Bambergcr natürlichauch mit diesem eine Zeit lang für Russland so einflussreichenManne bekannt. In seinem Kreise trat ihm dann auch wiederMoritz Hartmann entgegen, den er in Frankfurt nur flüchtigkennen gelernt hatte.

So anregend und amüsant an sich dieses Leben in Genf auch war, so stand bei Bamberger doch die Sorge um dieZukunft ständig hinter der Tliiire. Einmal wollte er dochseiner nur mässig begüterten Familie nicht dauernd zur Lastfallen. Der Drang, sich eine eigene gesicherte Existenz zugründen, wurde noch besonders durch die eigenthüinliche Lageder Braut gesteigert. Ihr Vater, ein Handelsmann in Alzei,den der.Schwiegersohn selbst fabelhaft geizig, einen llarpagonin des Wortes verwegenster Bedeutung-nennt, lebte von seinerFrau, einer Schwester der Mutter Bambergers, seit langenJahren getrennt. Ihr Kind war unter den abenteuerlichstenVerhältnissen bei dem Vater, beziehungsweise einem Pflege-vater, der ein Dorfmusikante war, aufgewachsen. Später kamdas junge Mädchen in ein Mannheimer Pensionat. Glänzend

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