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Ludwig Bamberger : eine biographische Skizze / von Otto Hartwig
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heit ihrer Ueberzeugungen und der hei vielen von ihnen dochsehr fadenscheinigen catonischen Tugendstrenge, musste erihnen bald als ein Abtrünniger, als ein Yerräther an seinenbesten Traditionen, als ein Machtanbeter erscheinen und vonihnen dem entsprechend in der Presse behandelt werden. Dassdie elendesten, von Oesterreich bezahlten Soldschreiber sichhierbei am stärksten in die Brust werfen würden, sah derMann, der diese Leute kannte, klar voraus. Im Grunde hatteauch diese ganze Gesellschaft alle Ursache zu ihrem Hasseund ihren Verleumdungen. Denn niemand hat hei allerLiebenswürdigkeit im persönlichen Verkehre, ja hei allerdurch die Tliat bewiesenen Bereitwilligkeit, alten politischenFreunden und neuen Widersachern, die in Verlegenheit oderNotli gerathen waren, mit seinen pecuniären Mitteln unter dieArme zu greifen, den wüsten Phantastereien und selbstgerechten,thatenlosen Tiraden der grossdeutschen Demokratie durch eineunerbittliche Logik, mit feiner Ironie und, wenn es ihmnöthig schien, mit vernichtendem "Witze und derber Grobheitzugesetzt, als er. Schon 1859 hatte seine SchriftJuchhenach Italien ihrem Verfasser die Anschuldigung seines altenFreundes, des weit umhergeworfenen Julius Friibel eingetragen,er habe eine von der französischen Legierung bezahlte Arbeitgeliefert. Fröbel stand damals in österreichischem Dienste,und desshalb mussten ihm Sätze wie die folgenden höchlichstmissfallen:Welche geringe Vorstellung man immer von demVerhältnis» habe, in welchem das gegenwärtige preussischeHerrschergeschlecht seiner deutschen Aufgabe gewachsen ist,wie viel "Wahres auch an der süddeutschen Antipathie gegenmärkischen Intelligenzdünkel sei, das ist und bleibt dochder einzige Ausweg aus Deutschlands Jammerzustand, dassPreussen möglichst weit das Bauhstaatensystem absorbire.Jetzt (1866) waren nun einige der schlimmsten dieser Klein-staaten von der Landkarte verschwunden. Freilich warennach Bambergers Ansicht noch zu wenige dieserInfusorien-staatenals viel zu geringer Ersatz für das auf denböhmischen Schlachtfeldern geflossene Blut endlich von der