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verneinte er das mit dem Bemerken: „Ich bin sehr vorsichtigmit solchen Beschuldigungen, seitdem man mir nachgesagthat, ich sei an Nickelbergwerken betheiligt, weil ich für dieEinführung des Nickels in unser Münzsystem gewirkt habe“.Er empfand in allen diesen Beziehungen ganz anders als dieleichtfertigen Erfinder derartiger Unterstellungen, die Bücher,Busch und Consorten. Und nur selten erboste er sich überVerläumdungen in dem Maasse, dass er von der „rheinischenCloac-a maxima“ derselben reden konnte. Dieser philosophischeGleichnmth — eine Frucht seiner spinozistischen »Studien —, mitdem er den Gang der Welthändel befrachtete und seine persön-liche Stellung zu ihnen nahm, verhinderte ihn aber nicht imgeringsten, tliätig und rührig in sie einzugreifen. Nichts warihm verhasster als quietistische Buhe und Weltflucht. Erwar und blieb ein Optimist, aber keiner, der da meinte, dieDinge würden sich von selbst machen, man dürfe sie nurlaufen lassen. Wäre das Unheil auch nicht ganz zu verhindern,das -war seine Maxime, so müsse man ihm doch immerhin soviele Gräben als möglich verschliessen, dass es sich nicht all-zuweit verbreite. War auch das nicht mehr möglich, sodachte er wohl mit Maehiavelli, den er so eifrig studirt hatte:
Wenn Unheil naht,
Wohl nalit’s zu jeder »Stunde,
Schling es hinab wie bittere Arzenei:
Ein Thor ist’s, der sie kostet mit dem Munde.
Und wenn er am Ende seiner Tage auf die Entwicklungiles deutschen Reiches in seinen ersten drei »Jahrzehnten zu-rückblickte, durfte er dann nicht trotz so vielem, das ihmum des Vaterlandes willen nicht gefiel, doch mit einigemSelbstgefühl sagen, dass er das Kommen davon bestimmt,wenn auch nicht in so schreckhafter Ausdehnung, vorher-gesagt habe? Im Jahre 1868 (Herr von Bismarck »S. 127)hatte er in scherzhaft-warnendem Tone geschrieben: „Abergesetzt , der siegbeladene Gebieter dächte in der parlamen-tarischen Verfassung auch nur seine Magd geheirathet zuhaben, welche ihm zu Hause bescheiden im Kleinen dienensollte, damit er draussen im Grossen erobere, so sollte er