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«Avocalnpsis S. Joannis.
heiligen reisten gelonbte bracht." Das Eremplarderselben Ausgaben, welches einst einem Vnylenbroek,de Bose, de Cotte, und Gaignat gehört hatte undsich jetzt in der Bibliothek der Königin von Groß-britanien befindet, hat, außer obiger Aufschrift, aufdem dritten Blatte folgende von einer Hand desfünfzehnten Jahrhunderts geschriebene Erklärung.-„Da sant ioannes in der wilde» insuln saß. Daquain der Engel gotz tzo imc vndc sprach. Allesu»>s Du sehe» wietz das saltu schrnven." Diesesseltene Werk findet sich noch in den Bibliotheken zuHartem, Wien, Berlin ( zweite Ausgabe und desect),Münster, Stuttgart (Bl. 1 und 47 fehle»), Heidel-berg, Passau, Kloster Gottweyh, Frauksurt, Mün-chen, Wolsenbüttel, Orsord, Paris, London , sowieim Privatbesitze mehrer englischer und französischerund deutscher Sammler, unter andern auch in der-jenigen des knnstliebenden Buchhändlers und Pro-clamators I. A. G. Weigel in Leipzig .
Was die „Geschichte des h. Johannes desEvangelisten oder dessen apokalyptischer Visionen"nicht nur von der Armenbibel, von welcher weiterunten die Rede sein wird, sondern auch von denmeisten andern xylographischen Büchern unterschei-det, ist der Umstand, daß die Lagen, aus denen dasWerk zusammengesetzt ist, ans acht Blattern be-stehen, wahrend bei den übrigen ein jedeS Blattseine eigene Lage bildet. ES setzt diese Anwendungschon eine gewisse Geschicklichkeit deS Druckers vor-aus, indem derselbe ans dem ersten Blatte die ersteund scchSzehnte Tasel, auf dem nächstfolgenden daszweite und fünfte Bild und in gleicher Weise alle an-dern mit sorgfaltiger Aufmerksamkeit einlegen mußte.
Die Ausgabe, welche Hcinecken als die erstebezeichnet, zahlt drei solcher Lagen je zu acht Blat-tern, die nur auf einer Seite bedruckt sind und48 Darstellungen enthalten. Die erste Halste derBlatter hat die Signaturen AU C und so weiter,die andern aber ermangeln derselben.
Die zweite Ausgabe unterscheidet sich in Zeich-nung und Schnitt wesentlich von der ersten, derh. Johannes hat auf dem mit A bezeichneten Blattekeine Glorie und ertheilt den Segen mit der linkenHand. Ein Götzendiener tragt in der rechten Handeine Art, wahrend er in der ersten Ausgabe mit
einer Hellebarde bewaffnet ist. Auf dem Blatte Dgehen drei Flammen vom Haupte des Erlösers aus,wahrend dort ein Heiligenschein dasselbe umgiebt.Aus dem Blatte D erblickt man das Pferd mit auf-gebundenem Schweife, in der ersten Ausgabe abererscheint er in seiner naturgemäßen Lage.
Die dritte Ausgabe unterscheidet sich von denbeiden ersten schon durch das Hinzukommen vonzwei neuen Blattern, wenn mich nicht sowol Schriftals Figuren einen andern Künstler verriethen undstets je zwei sich gegenüber stehende Bilder nichteine und dieselbe Signatur hätten.
Die vierte Ausgabe zeigt nur 48 Darstellungenund zwar ohne EinfassungSlmien, jedoch die näm-lichen Abweichungen wie die vorhergehende.
Die fünfte endlich weicht von der dritten nur inden Tertworten und in der Anordnung der Buch-staben ab, welche die Blätter bezeichnen. Die Zeich-nung trifft aber bis auf wenige Ausnahmen sogenau damit überein, daß sie fast durchgängig alstreue Nachbildung erscheint.
Einige wenn auch nicht ganz genügende Fac-similes mehrer Blätter der Offenbarung, welchev. Heinecken bei dem sehr geschickten HolzschneiderPapillon in Paris anfertigen ließ, finden sich indessen „lilög gvnerals ll'unv oollectloii «l'estampeii"x. 350. in desselben „Nachrichten von Künstlernund Kunstsachcn" II, 158. 178. 182. und beiOlbcli», IZibl. 8^>enc. Vol. I. vill. x. xi. xn. xv.Man vergleiche darüber die Werke eines Heinecken,Illve, S. 334-375. Nachrichten von Künstlern undKunstsachen II, 158-189. Lambinet, S. 64-66.Santander III, 23-25. I'lloinas Lartnell Horns II,ü^ienll. V. Vibllin, Lilil. Kpeno. I, vn-xv.
Einen anschaulichen Begriff von diesem merkwür-digen Denkmale alter Drnckknnst wird das zur Seitestehende Facsimile geben, welches dem achtzehntenBlatte, wovon das Original in der königlichen Bi-bliothek zn Dresden vorhanden, nachgebildet ist.
Die lateinischen Inschriften lauten: „Et jace-bunt rorpora eorum i» plnteis et non sinent poniin monumcntis." — „Cum finierunt Enoch etHetnas testimonium suum bcstia quae asccuoitde abnsso faciet contra cos bcllum et vincrt coset oecioct illos."