Die Holztaseldrucke
nach ver mnthmaßtichcn Zeitfolge ihrer Entstehung.
)MP^ie „Apokalypse", IliZtoriÄ 8-lncti
<^^^) lobannis Lvsnxelistas <z!u5<zus vislonossxoc->lvxtlc-te, oder „das buch der haymlicheVffenbarunge Kant Johans", wovon drei Aus-gaben mit 50 Tafeln und eben so viele mit 48 Vor-stellungen bekannt sind, enthalt die Visionen desLieblingSjüngerS Jesu auf Patmos, untermischt mitabenteuerlichen, dem Inhalte des Ganzen entspre-chenden Bildern aus seiner Leidensgeschichte. DieHolzplatten sind meistens durch ciueu Horizontalstrichin zwei Hälften getheilt. — Der Text der Offen-barung ist auf Spruchzeddeln in Form von fliegendenBändern zuweilen auf Tafeln über,, unter, oderneben den Figuren angebracht. Alle Exemplaresind blos auf einer Seite mit dem Reiber gedruckt,so daß je zwei Blatter einander gegenüber stehen.
Der Ursprung dieses vortypographischen Pro-ducts, welches schon Maittaire, und späterhin Ko-ning wegen der Rohheit seiner Ausführuug fürdas älteste der auopistographischen d. h. nur aufder einen Seite jedes Blattes gedruckten Bilder-bücher hält, dürfte ebenso, wie die schon ge-nannten Holzschnittwerke in Holland zu suchensein, obwol sehr bald in Ober- und Nicdcr-deutschlcmd Copien entstanden sind, die man ander roheren Arbeit erkennt. Eine vergleichendeZusammenstellung der fünf verschiedenen Aus-gaben lieferte V. Heinecke», „Idee xener-cls <lunocollection tl'estcmipes " ete. p. 334-374. sowie in„Nachrichten von Künstlern und Kunstsachen"II, 157-188. und I. F. Lichtenbcrgcr in seiner
„Geschichte der Erfindung der Buchdruckerknnst",Straßburg , 1825. 8. Seite 61.
In vielen Eremplaren dieses Werkes findet manzwischen jedem Holzstiche ein weißes Blatt von dein-selben Papiere, auf welches bald in oberdeutscherbald in niederdeutscher Sprache mit Schriftzügendes fünfzehnten Jahrhunderts eine Erklärung derBilder geschrieben ist, z. B. in dem vollständigenWiener Exemplare: „Hie hebet sich an das Uuchder haymlich'n Offenbarung Sancti Johan'i» zuteutzsche, wie das die /«gurrn unde dy geschrifft indnsem Auch zu latein ausuieissen vnd sagen", einBeweis, daß die Holzschneider, welche diese Bilderschnitten, nicht die Absicht hatten, eigentliche Bücherzu liefern, sonst würden sie diese Sentenzen undErklärungen ebenfalls in Tafeln eingegrabcn undabgedruckt haben. In einem der Münchener Exem-plare Xylogr. VI., welches 47 Holzschnitte zählt,lieset man von einer Hand des fünfzehnten Jahr-hunderts: „(H) Je hebet sich nu das buch derhcnmcli ^ chcn offenbarunge Kant Johans czum ^dcutzschem wie das die geschrifftc v» ^ tigurcn indissem buche czu latnnc ^ usz uiensen vnde sagen" zc.In einem der zwei Heidelberger Exemplare (TeutscheHandschriften No. XXXIV. 3. Bl. 42-113.) „Aiehebt sich acn daz bucch der heymlichen offcnbarungenzu deutsche So wisz daz in dem latine geschrybensteyt und die Figuren in dessrm Aoichc nuß wcysenvnd zom irsten So hait sant Johan eine vrauwegenant Drusiana mit vnt nie mynschcn durch dyKrafft scyns hcilge gebetz van den abgodrn zu dem