Druckschrift 
Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
Seite
143
Einzelbild herunterladen
 
  

Mainz . Pctcr Schofler nach Fuft's Tode.

143

Ferner am 24. Mai 1468 die Princeps des berühm-ten RechtSbuchcs:

Justiniani Institutiones rum glossa.

Was Peter Schösser aus Achtung für Guten-berg oder Furcht vor Fust bei deren Lebzeiten nichtlaut auSzusprcchen wagte, das sagte er nach Bei-der Tode in den lateinischen Versen, die er diesemWerke bcidruckte, nämlich: daß die beiden Johannes(Gntenberg und Fust) zwar die ersten Buchdrucker(?roto - Lai-ilgm-ltici) gewesen, daß aber er, PeterSchöffer , dieselben in der Knust, die Buchstaben zuschneiden und zn gießen, übertreffen habe. Dabeisührt er ein Gleichnis) aus der Bibel (Joh . 20,3-8.) an, wie Petrus und Johannes mit einanderznm Grabe des Erlösers eilten, Johannes voraus-lies aber nicht hineinging, Petrns dagegen zwarspäter nachkam, aber sogleich hincintrat. DiesesBeispiel scheint ihm die zufällige Gleichheit derTaufnamcn zwischen ihm und Gntenbcrg eingegebenzu haben.

Von der Eigenthümlichkeit der Schöffer 'schenType mögen gegenwartige Facsimiles Zeugniß geben,welche von dem unvergleichlichen Pergamentercm-plare der Leipziger Universitätsbibliothek entnom-men sind und den Künstler in drei verschiedenenSchriftgrößen kennen lehren.

HDiis ml^ttutionü pcl^niopus/^im^ m vrbe magH-NNAmcliwuacow ^erma^m ce. qu A dnclemeuatamsln Mjseny lummedonoqzZNttnto.ceterls trrmi^na--vowk) p^rreiltus^rareqzd»Ftus el^« atramto om.no pium^ii canane<perea.ßan»KaölA qu^claa^mue-cöe nnpnmeci» seu c^mc^e?rl)ä<ätiiceff'lFlatü.«t aci «u^sebia delincius^ne e osum--maw x ^etrttschoyfferdeidern^Kepm Annovmcenic^rnatlome ^illesnnocccc ixvni'^lcelm,^quartaviemenKsVaii.

eol-peüa autekmus lexcs e «mlis m qusvnlpluz. ut.cl7.Äc!.l.mt'repe.l»i.er^ma t'e5 «<^m e.ut.ls scl.l. w 5 l. lexe Heannons.h!clex loculiz quoc qmsfscttUtanons «n»,s,e.«t epona» eai>stt«ta.)y:.aureoy.Ut.sp>s<t.l.m^t« Äno.l.y.

Sowol die Summarien als obige Schlußschriftder Institutionen sind mit glänzend rother Farbemeisterhaft gedruckt. Das Ganze bildet ein für jenefrühe Zeit der Entstehung nicht genug zu bewun-derndes Meisterstück der Typographie. Mit denPsalterien von 1457 uud 1459, sowie mit der pracht-vollen und corrccten Bibel von 14ö2 zusammen-gehalten drangt sich dem Beschauer die Bemerkungans, daß die Buchdrücke, kuust, so herrlich undüberraschend ihre Leistungen zn Ende des vori-gen und zu Anfang dieses Jahrhunderts auchimmer sein mögen, doch nicht in dem Grade sich

vervollkommnet hat, als deren fast unglaublicheNicseufortschritte im ersten Jahrzehend ihrer Ent-stehung erwarten ließen. Was hatte noch alles ausder edlen Kunst werden können, wenn sich in denNnternehmungssinn der ersten Beförderer wenigerkleinstädtischer Zunftgeist oder wol gar hier und dahemmende Eifersucht eingemischt, wenn nicht imsiebenzchntcn Jahrhunderte die verheerenden GreueleineS allgemeinen Krieges in unserem Vatcrlande denhöheren Aufschwung gelähmt und die BemühuugcnEinzelner vereitelt hätten? Durch diesen Mcisterdruckallein würde Peter Schöffer sich einen unsterblichen