Johann Schöffer der Jüngere errichtete in Her-zogenbusch eine Druckerei, wo er sich mit AnnaBotteliuans vermahlte und 1565 starb. Er nanntesich Jan JauSzoen (das ist Johann Johann's Sohn)Schöffer . Noch siehet man daselbst in der Haupt-kirche St. Johannis sein Grabmal. Ein Sohngleiches Namens ward von König Philipp II. von Spanien znm Hofbuchdrucker in Herzogcnbuschernannt und druckte 1580 die berühmte „Achts-erklärung gegen den Prinzen Wilhelm I. vonOranien."
Mit Jvo Schöffer starb zwar die Fust-Schöf-fer'sche erste Buchdruckcrsamilie in Mainz anS, dochsollen nach Dahl heut zu Tage noch Schöffer oderSchcscr zu GernSheim in drei Stammen leben.Es bestanden aber seit 1486 in Mainz mehrereOfsieinen nebeneinander.
Die dritte errichtete im Jahre 1^86
Erhard Rewich oder Reuwich,
von 1436 bis 1488,auS Utrecht gebürtig, ein überaus geschickter Zeich-ner und Maler, welcher nebst Johann Grafen zuSolmS nnd Ritter Philipp von Vicken den Mainzer Domdechanten nnd Kämmerer Bernhard von Brey-dcnbach zu Breitenstein im Jahre 1483 auf seinerNeise nach Palastina begleitet hatte und 1486 seinesGönnerS „hcylige reyssen gen Jherusalem", welchegleichzeitig auch in lateinischer Sprache unter demTitel I „ 8ii»ct!>i'iim ^vl'LAi'Iiiktlminm in niontem 8)011ll>1 v<!N<n'!>n<lum (?ln'!«ti Le^>uIoriim !u I>>L>'»«iilem o^nis-culum" erschienen sind, nicht sowol mit eigenen, alsvon Peter Schöffer erborgten Typen gedruckt hat.Es sind letztere die Vorbilder jener einst so beliebtenund zum Theil jetzt noch angewendeten Schriftgat-tnng, die unter dem Namen „Schwabacher" be-kannt ist. Ties Buch kann in mancher Beziehungein Meisterstück genannt werden. (5. F. v. Numohrsagt in seiner Geschichte und Theorie der Formen-schneidekunst Seite 77: „Die Formcnschnitre sindder Art, daß, ans den Büchern genommen und sürsich ausgelegt, man bezweifeln könnte, ob über-haupt einer so frühen Epoche sie angehören." DasVorblatt in ganz Folio, enthaltend eine Figur, Wap-penschilder, gothische Beiwerke, ist erstaunenswert!)
geschnitten und bestätigt den deutschen Ursprung. DieProspecte der Städte, auf großen Holztafeln aus-geführt, sowie die ethnographischen Darstellnngenathmen eine Wahrheit nnd Naturtreue, wie sie selbstin spaterer Zeit nur von wenigen Neisebeschrcibernerreicht worden, so daß Ditxiin, LiKiioU«^ Spen-ceriana III, 227., sie Canaletto's Pinsel würdignennt. Ans keinem anderen Werke kommt Ncwich'sName vor. Man könnte daher annehmen, daß erbei obigem Buche nur das Technische der künstleri-schen AnSstattnng durch die Holzschnitte n. s. w.geleitet, Schöffer aber dasselbe gedruckt habe.Heinrich Lempcrtz in seinen „Beitragen znr alterenGeschichte der Buchdruck- und Holzschneidekunst,Heft I, zweite Auflage, 1839. 4." halt ihn nnbc-zweifelt für den Drucker sowol der lateinischen alsder deutschen Ausgabe von 1486, sowie ebenfallsder niederländischen von 1488 und leitet seine Be-weisgründe von der Ueberschrift zn Anfang derzweiten Reise her, wo es heißt: „By diesen Herrnvnd andern yrcn Knechten was der Maler ErhardNewich geheiffen von Vtricht geboren, der all dißgcmclt in diesem buch hatt gcmalet. Vnd dieTruckerey in synem Hnß volfüret."
Jakob Meydenbach,
von 1491 bis 1496,ein Sohn oder Enkel des bekannten Meydenbachoder Medinbach, welcher nach dem Zeugnisse Se-bastian Münster'S Kosmographie III, 180. Kutcn-bcrg's Gehülsc war nnd nach v. Mnrr's Jour-nal II, 139. die Anfangsbuchstaben des MainzerPsalters von 1457 geschnitten haben soll, errichtete1490 die vierte Werkstätte. Ihm verdankten der„Hortus " und die „ IZxpImiktlo best!
(Zrexorii" ihre Entstehuug.