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Friedrich Hewmann,
von 1503 bis 1535,
aus Nürnberg , der im Jahre 1503 den „Brüderndeö gemeinsamen Lebens" (I'^atres comnmnls viwo)zn Marienthal im Nheingane, auch „Kogclherren"(von ihren hohen Hüten) genannt, die von denBechtermünzischen Erben erstandene nenc Guten-bergischc Druckerei abkaufte, begründete zn Mainz im Hause zum Sewlöffel (Saulöffel) iin Kirsch-garten die sechste Offiein, in welchem Hause derBuchdrucker Albiuus hundert Jahre spater (1604)dem Jesuiten Serrarius alte Holzbuchstaben undDruckformen (moclloli) zeigte.
Mit dem Beginne des sechzehnten Jahrhundertshatte sich die edle Kunst schon fast in alle TheileEuropas verbreitet und wurde natürlich auch inMainz , als ihrer eigentlichen Vaterstadt, sehrlebhaft betrieben. Wir nennen daher nur PeterJordaus von 1532-1530: Franz Böhme oderIZoIiemins, in dessen Druckerei Arnold von Bergel,der Versasser des Lobgedichtes aus Guteubcrg undseine Erfiuduug, als Corrcctor angestellt war, von1540-1552; Theobald Spengel von 1554-1558;Caspar Böhme, des Obigen Sohn, von 1563-1586; Heinrich Brehm von 1586-1598; JohannAlbinus von 1594-1620; Balthasar Lipp, Her-mann Moresius, Niclas Heil, Philipp Schreiber,Triburtius Drcyfeldcr, Reinhard Elz, TheobaldSchönwetter, Johann Volmar, Johann Stroh-hacker, HierouymuS Emser, Johann Baptist Schön-wettcr, Johann Peter Zubrod, Christoph Küglerund schließen somit die Reihe mit dem Ende dessiebenzehntcn Jahrhuuderts.
In unseren Tagen haben Florian Kupferbergsowol durch seine Schriftgießerei als trefflich ein-gerichtete Bnchdrnckerei und mit ihm der Hofbuch-drucker Theodor von Zabern den alten Ruhm derebrwürdigeu Hln^imtm aufS Neue belebt. Die-sen folgten Wilhelm Seifert und die Reuling'schcOfficiu unter der Leitung Heinrich PriccartS mitrühmlichcin Eifer nach. Ueber die frühere Periodesiehe: G. W. Zapf, älteste Buchdruckergeschichtevon Mainz, Ulm , 1790. 8. Wenn gleichwol, mitAusnahme von Mainz und Bamberg , die frühesten
datirtcn Drucke in Italien zum Vorschein kom-men, indem die edle Kuust noch in dem sechstenDcccnnium des fünfzehnten Jahrhuuderts durchDeutsche zuerst in das Kloster Subiaco , dann nachNom, Venedig, Mailand u. s. w. verpflanzt wurde:so kehren wir doch zu unserem deutschen Vaterlandezurück, um dem einmal festgesetzten Plane getreudie Fortschritte der Typographie je nach den Finger-zeigen der Lander, in denen sie Eingang gefunden,systematisch zu verfolgen. Hier treten uns mit demSchlüsse des sechsten und mit dem Anfange dessiebenten Jahrzchends auf einmal sechs Städte:Bamberg , Eltwyl oder Ellfeld (im Rhcin-gau), Cöln, Augsburg, Nürnberg undStraßbnrg, entgegen, in welchen die Buch-druckerkuust fast gleichzeitig ihreu Anfang genom-men hat.
Die außerordentlichen Leistungen AlbrechtPfister's von Bamberg , der dem ersten Erfinderder Kunst zur Seite stehet, der Johann Fust anEdelsinn und Peter Schöffer an Gelehrsamkeitübertraf, sind schon bei Schilderung der frühestenMainzer Drucke als nothwendige Episode einermerkwürdigen gleichzeitigen Nebenbuhlerschaft mit-getheilt worden. Pfister war „Briefmaler" unddruckte wahrscheinlich schon in dem fünften Jahr-zcheiid des fünfzehnten Jahrhunderts mit festenTaseln. In eine nicht viel spatere Periode sälltwahrscheinlich auch seine 36zeilige „Kiblia sacralatina" in Folio und die weiter oben ausführlicherbeschriebenen „Sieben Freuden.Maria'" und die„Leidensgeschichte Jesu." Vergleicht man dieseErzeugnisse, welche ans jeden Fall wenigstensgleichzeitig mit dem Psalterium von 1457 sind,mit den frühesten Mainzer Drucken: so wirdman finden, daß sie nicht nur völlig eigeuthüm-lich in Hinsicht der Form sind, sondern zugleichauch von einer solchen Vollkommenheit des Guß-werkS zeugen, daß sie in dieser Beziehung denendes Psalterium nicht im Geringsten nachstehen