Druckschrift 
Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
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Strasiliurg. Johann Mentel .

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Einem Exemplare dieser Bibel sind sogar zweiEndschristen bcigcschrieben, denen zufolge dieselbevon Faust gedruckt und an dem nämlichen Tage desnämlichen Jahres wie seine lateinische Bibel (1462)vollendet worden sein soll. Steigenberger hat inseiner Schrift:Ueber die zwei ältesten deutschenBibeln" München , 1487. 4. die Unrichtigkeit dieserAngabe nachgewiesen. Eggesteyn druckte auch dreiAusgaben der lateinischen Bibel ohne Jahr, Ortund Drucker. Von einer dieser Ausgaben ist einEremplar ans der Johannitcr Bibliothek zu Straß-bnrg in die dasige öffentliche Bibliothek gekommen,dessen Rubricator zu Ende des ersten Bandes ge-schrieben hat:Erplicit Psalterium per FUngi-strum Heinricum Eggestein anno lrmi.j." Nochbesitzen die Bibliotheken zu Wolsenbüttcl und Mün-chen mit Handrubriken versehene Exemplare derlateinischen Bibel mit der Jahrzahl 1466.

Sämmtliche Eggesteyn'sche Drucke, zu dcuen imJahre 1472 anchCiceroni» officia" undJusti-niani institutiones" mit den EonsuetudinesFeuoorum" und 1474 der ohne Angabe des Ortesund Druckers erschieneneJulius Caesar " hin-zukamen, sind mit einer Unvollkommeuheit aus-geführt, welche weder einen Mainzer, noch irgend

einen fremden Einfluß verräth, sondern sür eineneigenthümlichen Tiipenguß, und was Straßburg betrifft, für Priorität spricht. Nach 1472 findetsich sein Name nicht mehr, während man von denJahren 147Z, 1474, 1475 nnd 1478 Drucke mit Let-tern aufweisen kann, deren sich derselbe bedient hat.

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von 1473 bis 1478,

auch Mcntellin oder Mentelin , gewann als ein sehrgeschickter Drucker, Rubricator und Goldschreibereine weit größere Berühmtheit und erwarb sichdurch seinen Kunstsinn und Unternehmungsgeist einansehnliches Vermögen. Wenn auch nicht mitGewißheit nachgewiesen werden kann, daß er, wieMeermanu vermuthet, um das Jahr 1450 vonGutenberg nach Mainz bcrufcu worden sei, umdesseu Druckwerke mit den Capitalbnchstabcn undRubriken zu verschen, daß er daselbst die Kunsterlernt und nach Straßburg gebracht habe: so istdoch nicht in Abrede zu stellen, daß er lange vor1473, als in welchem Jahre sein erstes Werk mitbeigedruckter Jahrzahl nud mit Hiuzufüguug desNamens, das hier im Facsimile

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der Typenform nach charakterisirteSpcculumhistorialr" des Vincenz von Veauvais erschien,mit großer Fertigkeit Bücher gedruckt habe, wiedies Johaun Philipp dc Lignamiuc, Johann Schott,HieronymuS Gebwiler, Peter Scriver und Schöpflinbewiesen haben. Das Colophou eines seiner frü-hesten Drucke, von dem Schöpflin in den V!nu"ic!ist7ooL>'!lp>>ic!s Tafel III. ein Facsimile gegeben, wel-ches auch Gotthelf Fischer in seinemIZssai surles moinimenH tvi>«g>'!>plii<j>ie« <Io lesn <Z»tenl>erA,s i>I^enc<z I'-l» 10. in 4. p. 36." wiederholte, hatden gelehrten Mainzer Bibliothekar zu dem Schlüsseveranlaßt, als habe Mentel sich nur fester Holz-tafeln, nicht aber beweglicher Metalltypeu zumDrucken bedient. In jener Schlußschrift, welche

lautet:Crvlicit liber iste anno domini millcsiöouadringciitcsiino seragesimo serto for»iat>) orteimpssorio x lienerainlein virü Johäne meutell inargcntinn" ist nämlich nach dem Worteo,uaorin-grntesimo" eine Corrcctur zu bemerken, ans derennoch übrig gebliebenen Schriftrcsten man deutlichsehen kann, daß frühero,uinn,»asimo" dage-standen habe. Unter den undatirteu Druckenist die (zweite) deutsche Bibel (von 1466) seinHauptwerk. Das Stuttgarter Ercmplar, welchesaus dem St. Margarethenkloster zu Straßburg stammt, trägt folgende Unterschrift des Nubri-cators:Dieses Buch ist im Jahre 1466 durchJohann Mentel zu Straßburg gedruckt." Auchin dem Münchener Ereinplare hat eine Hand des