Druckschrift 
Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
Seite
198
Einzelbild herunterladen
 
  

198 Kugcnini. Aniimami.> Ingolstadt. Kachelofen. Anrer n. Wyrffel. Hamburg .

nicht unbedeutende Drucke auszuweisen. Der ersteTüpograph, welcher die neue Kunst in dieser Nach-barstadt deS alten Straßburg einführte, ist HeinrichGran und sein frühestes Werk:(Lornutus ma-gistri Joaunis dc Gnrlanoria. 1489. in 4."Viele seiner Leistungen erschienen ohne seinen Na-men unter bloßer Anführnng des Druckortes. Diewichtigere» Drucke, auf denen er sich nannte, sind:Aoetiuo dr eonsolatione Philosophie." 1491.in 4.Commentum öce. in Petri Hyspani tracta-tns." 1495. in 4.Aleranori de Villa DeiDoctrinale." 1495. in 4.Michaelis FochmairSermones." 1497. in Folio.Stellarium Co-ronc l>. Mariae v." 1498. in Folio.

Johannes Ryn m ann,

von 1497 l'is 1500.

Johannes Nynmann ließ zuerst auf seine Kostenbei Heinrich Gran drucken, errichtete aber späterselbst eiue Officin, ans der mehrere durch Corrcct-heit sich auszeichnende Werke, ohne seinen Namen,hervorgegangen sind. Er kann als der hauptsäch-lichste Beförderer der Typographie seiner Vaterstadtbetrachtet werden, welche zwar nur in der früherenPeriode ihrer Entstehung allda geblühct hat, spä-terhin aber fast ganz vernachlässigt worden ist.

Jngolstadt.

Diese einst berühmte Universitätsstadt BaicrnSverdient auch iu der Geschichte der Typographie inmehr als einer Beziehung erwähnt zu werden. Kanngleickwol uicht, wie Viele glaubten,PauliFe-schcri Nhctorica", indem sie die Vollendung desBnches mit dem Drucke desselben verwechselten, indas Jahr 1487 gesetzt werden, so hat doch schon1490 eine Presse daselbst ihre Thätigkeit entwickelt.

Johann Kachelofen,

1 4 9 0,

den man nicht mit Eonrad Kachelofen, dem bekann-ten Leipziger Typographen, verwechseln darf, lieferte

hier inIaeobi Locheri Philomusi poete Rosa-rium eelcstis ruric et patrie triumvhantis. 1490.kl. Folio", den ersten Druck. Ihm folgten in demedlen Geschäfte

Marx Ayrer und Georg Wyrffel,

1 4 9 7.

Dem Ersteren, als einem wandernden Buch-drucker, sind wir schon in den Städten Nürnberg und Erfurt begegnet. Beide gaben hier unterAnderen dieFlores genuin ant rongcrics aucto-ritatum Juris rivilis." 1497. in 8. heranS. Hierhatte auch der berühmte Peter Bienewitz oder Apia -uus eine Officin errichtet und unter Anderen dasmit trefflichen Holzschnitten ausgestattete Pracht-werk:Inscriptioiies sncrosanctac vetustatis ote.1534. Folio" herausgegeben, wovon das Nähere inder dritten Abtheilung dieses BucheS unter der Auf-schriftPrivatdruckereien" zu ersehen ist.

David Schneider (SartoriuS), welcher um dieMitte deS sechSzehutcn Jahrhunderts zu drucken an-fing und sein Geschäft bis zu seinem 1592 erfolgtenTode fortsetzte, ist der letzte Typograph von Bedeu-tung. Später gerieth die Buchdruckerkunst in dieHände der Jesuiten , welche meist nur ascetische uudkasuistische Werke, nebst Schulbüchern zum Ge-brauche iu ihren Kollegien, ans ihren Pressen her-vorgehen ließen.

Adam Sartorius, David's Sohn, war derErste, auf dessen Werken daö Sinnbild der Gesell-

schaft Jcsn I^sH als Bnchdruckerzeichen erscheint.

Im vorigen Jahrhunderte verfiel hier die Kunstimmer mehr und mehr und in neuester Zeit ver-dient Jngolstadt keine Erwähnung mehr.

Hamburg .

14 9 1.

Die alte Hansestadt Hamburg , die in der Ge-schichte des deutschen Handels eine so ausgezeichneteRolle spielt, hat nur einen einzigen Druck aufzu-weisen, welcher dem fünfzehnten Jahrhunderte ange-hört. Es ist:Landes bcnte Marie rirginis",