Wittcnberg. — I. tSruncnbrrg. — M.
Lotther d. I. — G. Nhau. — H. Lusst. 205
die Firmen: Andrea (Bcnj. Krebs), Brönncr,I. D. Sauerländer der Jüngere, Th. F. Saner-länder der Aeltere, Bayrhoffer, Diehl, Gerhard,Hauck, Heller und Rohm, Kancr, Naumann,Sicdctopf, Stockmar, Streng und Schneider, We-ber, Schrön, Osterrieth, Wcnner nnd Wesche,einen anerkannt guten Klang in unserm Vaterlande.UnS gebricht es an Raum, ihre schönen Leistungenselbst nur andeutungsweise bekannt zn machen. DieNaumann'sche Officin verdient wegen ihrer vorzüg-lichen Leistungen im Hoch -, Bunt- und Congreve-drnck hier eine besonders ehrenvolle Erwähnung.Der Andreä'schcn Buchhandlung gebührt der Ruhmin ihrer eigenen Osficin das beste „Handbuch derVuchdruckerkunst" (in deutscher Sprache), Frank-furt ci. M. 1827. 8. bekannt gemacht zn haben,welches zwar von W. Hasper's ähnlichein Werke(CarlSruhe und Baden, 1835. gr. 8.) durch Neu-heit und äußere Eleganz, nicht aber an inneremWerthe und an Brauchbarkeit übertroffen wird.
W ittenb erg.
Im scchSzehnten Jahrhunderte wurde in keinerdeutschen Stadt die Buchdruckerkunst schwunghafterbetrieben, als iu Wittcnberg, der Wiege der Re-formation. Der Einfluß eines Luther, Melan-chthon, Bugenhagcn, Justus Jouas, Georg Majoru. A., verbunden mit der neugegründeten, durcheben diese Männer schnell emporblühenden Univer-sität, konnte sowie auf den Geist der Zeit, auch aufdie Trägerin desselben, die Typographie, nicht ohneWirkung bleiben. Der Erste, welcher die Kunstin der nachmals so berühmt gewordenen Stadt aus-übte, mag Hermann Trebelius gewesen sein,von dem man die daselbst erschienenen Predigtendes Peter von Navenna vom Jahre 1505 kennt.Alts ihn folgte
Johannes Grunenberg,
von 1509 bis 1522,
nach der Sitte damaliger Zeit von seinem Geburts-orte Grünberg in Schlesien auch häufig VIiü6!moi>-wnus genannt. Berühmter aber als Beide war
Melchior Lotther der Jüngere,
von 1519 bis 1525,
Sohn des Leipziger Buchdruckers gleiches Namens,welcher unter andern zwei verschiedene Auflagen vonLuther'S Uebersetzung des ueuen Testamentes, ob-wol ohne dessen Namen, und mehrere andere Schrif-ten des großen Reformators mit Typen gedruckthat, wozu er die Matrizen von dem berühmtenFroben in Basel mitbrachte, wie Luther selbst inseinen Briefen an Spalatin mit großer Freudebemerkte. Nach Melchior und Michael Lotthers,seines BruderS, Weggange von Witteuberg nachLeipzig nnd Magdeburg , genoß nebst NicolausSchirlentz uud Joseph Kluge der 1483 geborne, ehe-malige Cantor an der ThomaSkirche zu Leipzig ,
Georg R h a n,
von 1520 bis 1548,
oder nach der Orthographie der damaligen Zeit„Nhawe", den ausgezeichnetsten Ruf. Nachdemer schon 1521 einige kleinere Schriften Lnther'S und1531 dessen großen Katechismus, nebst „Unterrichtvon Beicht und Absolution", zum erstenmal gedruckthatte, vertraute ihm Melanchthon die Herausgabeseiuer meisten Werke an. Dieser Umstand, verbun-den mit eigener schriftstellerischer Thätigkeit im Facheder Theologie und Musik, hatte ihm die Achtungseiner Mitbürger in so hohem Grade verschafft, daßsie ihm das Amt eines Rathsherrn übertrugen.
Noch größere Verdienste um die Verbreitungdes reinen Evangeliums durch seine Kunst nnd da-her cmch einen weit auSgcbrcitetercn Nuhm erwarbsich noch zu desseu Lebzeiten
Hans L u f f t,
von 1525 bis 1584,
ein wandernder Vnchdrnckcrgcscll, der im Jahre1495 geboren, später von dem Prior des Augusti-ncrklosterS zn Wittcnberg, Eberhard Brißgcr, baldhichcr bald dorthin geschickt worden war, um kleinereDrucke auszuführen, cmch wol einige Zeit bei Mel-chior Lotther gearbeitet hatte. Seine im Jahre1525 begründete Officin gewann jedoch erst imJahre 1534 einen lebhaften Aufschwung, als Luther