Nom. — Ulrich Kau. — Georg Lauer. -— <Adom Not.
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Ulrich Ha n,
von 1467 bis 1478,
mich Hahn, gewöhnlich aber Ulricns Gallus, nachEinigen auö Wien , nach Anderen aus Jngolstadtin Baiern gebürtig, welcher auch in Bezug aufäußere und innere Vollendung seiner Werke mitjenen Znnftgenossen wetteiferte. Ulrich Hau, derdie Kunst höchst wahrscheinlich cbensallS in Mainz erlernt hatte, wnrde von dem Cardinal Torgncmada(?uire«em»t!i) nach Nom berufen zum Drucke vondessen Meditationen, welche am 31. December 1467vollendet und mit Holzschnitten geziert die Presseverlassen haben. Dieses Werk gehört zu den biblio-graphischen Seltenheiten ersten NangcS, indem manbis jetzt nicht mehr als drei Exemplare dieser Aus-gabe kennt, zu Wien, Nürnberg und Paris . ESist das erste Buch, welches in Italien mit Holz-schuitteu versehen herauskam. Ein spateres Werkwaren die Comiuentarien jenes seines Wohlthatersüber die Psalmen von 1470. Der gelehrte BischofJos. Ant. Eampanns war der Corrector mehrererWerke, die er bis 1471 druckte, ein Beweis, wiehoch damals der typographische Beruf geehrt wurde.I» der Folge schloss er mit seinem Schüler und Ge-hülfen Simon NicolaS de Lncca einen Gesellschafts-vertrag und Beide druckten von nun an zuerst indem Hause des Taliacoris, spater iu demjenigendes Giovanni Filippo de Lignamine ans Messtna,eines der gelehrtesten Einwohner NomS , noch eineMenge guter Werke, welche Letzterer durchsah undcorrigirte, bis dieser endlich selbst eine eigene Drucke-rei errichtete. Das? Letzteres der Fall gewesen sei,kann nach den Beweisführungen eines ^u<Utlre6i,Lalalogus sclitionum romsnnrnm p. 46. 111-117.Und Dibllln, Lil>I!otI>ec->, K^eiicerlang, II, 305. wol
keinem Zweifel mehr unterworfen sein. Ihm wirdsogar der früheste Guß griechischer Typen zuge-schrieben, die er im Quintilian von 1470 zuerst iuAnwendung gebracht hat, indem die im Licero <lovkkciis und Lactanz von 1465 vorkommenden vonEbert und Anderen nur für in Holz geschnittenegehalten werden. Nicht viel spater als Sweyn-heym, Panncirtz und Hau errichtete noch ein vierterDeutscher
Georg Lauer,
von 1469 bis 1481,
oder nach alter Schreibweise Laver aus Würzbnrg,von dem Cardinal Earaffa dahin berufen, cincOffiein in Nom und zwar in dem Eölestincrklostcrzum b. Eusebius um das Jahr 1469. Gelehrte,wie ein Pomponins Laetus und Platina, warenseine Corrcctoren. Im Jahre 1474 verband er sichmit Leonard Pflüget uud lieferte in Gemeinschaftmit ihm manches treffliche Werk. Sein letzterdatirter Druck ist von 1481.
Adam R v t,
von 1471 bis 1475,
oder Noth, der sich selbst Clericus der Diöcese Metzuennt und von dem Jahre 1471 bis 1475 seine Kunstausübte, verdient schon aus dem Grunde vor vielenanderen Zunftgenossen jener Zeit hervorgehoben zuwerden, weil man ihm allgemein die Einführuugder Diphthongen in der Typographie zuschreibt.Außer den Genannten haben unter den vielenDrnckern, welche zu Ende des fünfzehnten Jahr-hunderts ihre Kunst in Nom ausübten, noch dreiund zwanzig Deutsche sich hervorgethan. IhreNamen und Leistungen findet man in 1^. Xav.I^aire, 8j>ec!meii t)^><>gr!>^IiiaL romniiivv «»«zc. XV.Kom-t« 1773. 8. und in ^. L. .^uäMredl, eatulox.lom-lii. e<tition. saec. XV. Könige 1783. 4. Wir
heben nur einen Simon Nicolai, Georg Sachselvon Reichenhall , Golsch von Hohenbart, Encha-rins Silber, sonst Frank, und Stephan Planck vonPasfau als sich vor ihren Zunftgenosscn auszeichnendhervor. Ein gleicher Wetteifer fand unter den da-maligen Gelehrten NomS Statt, welche als Freundeund gewissermaßen als Kunstvcrwandte der Buch-drucker nach wichtigen Originnlcodiccs römischerund griechischer Autoren forschten, diese alsdanncollationirtcn, cmendirten, interpretirten und, wennsie ans der Presse kamen, corrigirten. Von diesenGelehrten die Namen zu wissen genügt, um vonderen Wirksamkeit sich eine Vorstellung machenzu können. Es sind: Johann Andreas, Bischof von