212
Aleria, Antonins Campanus, Bischof von Crotona,Rodriguez, Bischof von Zamora, Francesco Accoltiaus Arczzo, daher Arctino, Matthias PalmcriuSvon Pisa , Guarini von Verona, Adam de Montaltoaus Genua , der Cardinal Francesco Piccolomini,Laurcutius Valla, Poggins und Bessarion.
Wenn der Raum dieser Säcnlarschrift gleichwolnicht gestattet, die römischen Typographen vom An-sänge des sechszehnten Jahrhunderts bis auf unsereTage hier namhaft zu machen, so darf doch dieberühmte
Druckerei der Propaganda
nächst der „ sm^>rimciie liov.ile" zu Paris , der„Universilatsdruckerei" zu Orford (^I-irendon?res«)nnd den bewnndernngSwürdigen Officinen einesBulwer, Bensley, Pickering, Hansard nnd Cloweszu London , unstreitig die größte Anstalt dieser Artin der Welt, nicht mit Stillschweigen übergangenwerden. Die Congregation zur Ausbreitung desGlaubens, „<te i>rop!>L!ui<I» Kde" wurde im Jahre1622 vom Papst Gregor XV. gestiftet und bestehetauS einem aus achtzehn Kardinalen und einigenpapstlichen Ministern zusammengesetzten Kollegium,welches den Zweck hat, Alles, was auf die Ver-breitung der katholischen Religion und die Ausrot-tung der Ketzerei Bezug hat, anzuordnen. Damitstehet das von Urban VIII . 1627 gestiftete Semina-rium der Missionaire nnd die zn derselben Zeit undzu demselben Zwecke errichtete Buchdruckern in Ver-bindung. Hier werden Neue Testamente, Missalicn,Psalterien, Brcviarien, Gebet- und Audachtsbücherin fast allen morgen- und abendlandischen Sprachengedruckt, um sie durch ihre Sendboten an die Glau-bigen aller Zonen zu vertheilen.
Schon Papst Pins IV. hatte eine mit derVatikanischen Bibliothek verbundene Typographiegegründet, welche Sirius V. vervollkommnete, derenTypen von nun an der Propaganda überlassenwurden. Cin anderer Theil fand sich bei StefanoPaolino, einem damals berühmten Stcmpelschneiderund Drucker in Rom , Schüler Giambattista Nay-mondi's, des Directors der mediccischen Buchdruckernfür orientalische Sprachen daselbst. Jl Sotile wirkteals Schriftgießer. Nach wenigen Jahren war man
im Stande, in 23 verschiedenen Idiomen nach dengewöhnlichen Scalen zu drucken. Ihren Flor ver-dankt sie der Oberleitung des gelehrten PrälatenLeo Allacci (Allatius), spater der Cardmale Anto-nelli, Ruggieri, Spinell!, der Monsignorc Bicei,Amaducci, Borgia und in neuerer Zeit der Cardi-nale Consalvi und Znrla. Die königliche Druckereizu Paris allein dürfte ihr an Reichthum undMannigfaltigkeit der Lettern zu vergleichen sein.Man findet hier Typcnvorräthe, um in abyssini-scher, schrift- und vulgär-arabischer, armenischer,kirchen- und vulgär-persischer, türkischer, wlachi-scher, syrischer, hebräischer, rabbinischcr, samari-tanischer, tibetanischer, malabarischer, birmanischer,japanischer, chinesischer, bulgarischer, brachmani-scher, strangelochalizäischer, nestorianchaldäischcr,koptischer, schrift- und vulgär-georgischer, grie-chischer, glagolischcr, illyrischer, servischcr undrussischer Muudart, endlich in Sanskrit, sowie inden meisten amerikanischen und wol in allen euro-päischen Sprachen Bücher ausführen zu können.Die Thätigkeit der Pressen ist jedoch keineswegcsden Kräften angemessen, sowie denn überhauptRom in neuester Zeit in der Geschichte der Typo-graphie nicht Epoche macht. Die früheren Lei-stungen dieser Stadt haben Laire, Audissrcdi undUgvlini geschildert.
Venedig.
1 4 6 9.
Die mächtige Königin des adriatischen MeercSmachte damals wie in so vielen andern Künsten, soauch in Ausübung der Typographie, sehr bald derewigen Noma den Rnhm streitig. Die RepublikVenedig schwang gegen das Ende des fünfzehntenJahrhunderts gebieterisch den Dreizack als Herrinüber alle Meere. Sie stand im Zenith ihrer Machtund öffnete, ein großer Tempel der Wissenschaftenund Künste, allen Gebildeten ihre gastlichen Hallen.Kann es da noch befremden, daß die Buchdrucker-kunst gar bald nach der Welthandelstadt ihre Blickerichtete, welche durch ihre ausgedehnten Verbindun-gen auch von der Seite kaufmannischer Speculation