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Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
Seite
236
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236 Aauila. ^isa. S'icna. Chambcrn. Soncino. Tlovi. Pcscia. Mine.

A q n i l a,

1 4 8 2,

Hauptort der untcren Abruzzen, lieferte durch dieHand eines Deutscheu, Adam von Notweil imSchwarzwalde, schon 1482 die von Neatinus in dasItalienische übertragenen Lebensbeschreibungen desPlutarch und die Chronik des h. Jsidorus.

P i s a.

1 4 8 3.

Diese alte berühmte Stadt mit ihrem CampoSanto und einer blühenden Universität, von jeherPflegerin der Wissenschaft und Knnst, gehört zuden wenigen Ortschaften Italiens , wo die Typo-graphie seit der Einführung durchFrancisci ÄeAccoltis Consilia et rcsponsa zuris" 1483. inFolio, fast ohne Unterbrechung ausgeübt wordenist. Lorenzo und Angelo von Florenz (Florentini),Gregorio de Gcnte, Ugone Nngieri und GirolamoAncharano sind ihre frühesten Drucker.

S i e n a,

1 48 4,

Pisa's Nebenbuhlerin in der Wissenschaft, erhieltdas wohlthätige Geschenk der Buchdruckerkunst durchden schou oft erwähnten Heinrich von Cöln in:Piiuli !>c Castro tcctura in scrtum rodicis",1484. Fol. Luca Martini war sein Gehülfe undGenosse. Nach diesen machten sich Heinrich vonHartem, Johann Walbecke und Sicgmund Nostum die typographische Knust verdient. Bedauernaber muß man, daß so ausgezeichnete MännerMühe und Unkosten auf Drucke gewendet haben,die bald nach ihrem Erscheinen wegen innererGehaltlosigkeit vergessen und nicht wieder cmfge-snnden worden sind.

Ch amb ery.

1 4 84.

Die Hauptstadt von Savoiicn hatte an AntoincNcyrct, welcher von 1484-1486 druckte, einen sehrthätigen Topographen. Sein erstes Werk uud zu-gleich Savoyens erstes Drnckdenkmal ist:Le Fivrcde N»udo>>n Comtc !>c Flandrc 1484." in Folio.

Hat die Typographie hier niemals gänzlich aufge-hört, so ist sie in neuester Zeit doch meist nur aufAndachtSbüchcr beschränkt.

Soncin o,

1 484,

die kleine Stadt im Gebiete von Cremona , ist alseiner der frühesten hebräischen Drnckorte berühmt,welcher von 1484 bis 1500 manches bedeutende Werkdieser Art geliefert hat. Die Namen der Druckersind: Josua Salomon, Israel Nathan nebst dessenSohn Zosna und Gerson, Sohn des Moses.Ueber die srühcste Druckerei zu Soncino, sowieüber hebräische Drucke Italiens im Allgemeinen,hat I. B. Nossi in mehreren Schriften ausführlichNachricht gegeben.

N o v i,

1 4 84,

im Genuesischen, verehrt in derSumma R"pli-stimm", von Niccolo Girardengo 1484 in Quartausgeführt, den ersten Drnck. Später hat sich dieserBischofssitz in typographischer Hinsicht nicht überdie Mittelmäßigkeit emporgehoben.

P e s c i a,

14 8 5,

hingegen beschäftigte gleich Anfangs mehrere Pressen.Francesco Conni ans Florenz , welcher mit derConfrssionc di S. Arrnardino dc Sicna" imJahre 1435 die Knnst einführte, zog bald mehrereArbeiter nach sich, denen Lorenzo und FranchoEonni, wahrscheinlich dessen Neffen, dann Sebastianund Naphael, Söhne des Gherardo de Orlandi nndSiegmnnd Nodt nacheiferten.

u d i ,t e,

1 485,

kleine Stadt in Friaul, hat ans der früheren Kunst-epoche nichts als die Grammatik des Nicolo Perotto,von Gerhard von Flandern 1485 in 4. gedruckt, aus-zuweisen. Ob die bekannte Lobrede auf den CardinalGrimani, welche 1498 zwar in Udine gehalten wor-den, anch daselbst aus der Presse hervorgegangen sei,