Druckschrift 
Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
Seite
262
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Audenarde.

Ml XV et XVI siecle, I^e)'<Ie, 1836. 8. und Voisin,ieel>eicl>e5 Iiistorisjiies et diblinxv.i^liliniss sur laI>!!>l!ot!u>>u>e <te I'imivei'site et 6e I-t ville lle <Zi>n<I,

C.nnl 1839. 8. S ch iedanrs erster Druck von 1483ist der Roman dcs Ritters DclibercEinige Bi-bliographen nennen den Spieghel der Sassen " alserstes zu Cnlemborch in Geldern gedrucktes Buch;doch ist diese Angabe, wenn nicht ganz falsch, dochwenigstens sehr verdächtig. Gewisser ist, daß HansVcldcner, von dem schon oster zumal bei Löwen undUtrecht die Rede war, 1433 daselbst denKvieghelon.zcr behondcnisfe" in 4. herausgegeben hat undzwar mit den nämlichen Holztafeln, welche der erstensogenannten Koster'schen Ausgabe zum Grundelagen, nur mit dem Unterschiede, daß die Taseln,

nm sie dem Quartformate anzupassen, in der Mitteentzwei gesägt sind. Dieser Veldcner'sche Drnck hatin der Geschichte der Typographie um so größeresAufsehen gemacht, als er zu den mannigfaltigstenSchlüsselt und Vermuthungen bald für, bald gegendie Ansprüche Harlems Veranlassung gab. Hierwurde anch von dem nämlichen Drncker die so über-aus selteneGcschicdcnis vnn het hcistighe Cruns(I>i«toria sünews ci'iieis) " 1483. in 4. ausgeführt,

von der schon weiter oben S. 57 die Rede gewesen nnd

welcbe Olbilln, Libliotliec-i K^encei'Illiia III, 348-377

ausführlich beschreibt und durch Facsimile's jenerHolzschnitte erläutert.

Von der Type mag gegenwärtige Nachbildungder Schlußschrist eine Vorstellung geben.

Dttis AMeltizi dleHoeK Atzvay KMKMAmiaerone hwes M*<5GCA HlMiK^WMMchpW Mger^sxALMptt^ncy

Auffallend bleibt eS immerdar, daß in Hartem,einer der Wicgenstädte der Typographie, nach langerUnterbrechung mir erst mit dem Jahre 1483 datirteDrucke, als'Der Fondaarcn troost, Summe leVoy, Per Zielen troost, Act PorK des güldenthroons und die Formular Novitiorum u. s. w.vorkommen. Der erste Typograph, dem wir hierbegegnen, ist Jan Andrieszoon (Johann, des An-dreas Sohn), nach Meermann I, 54. ein Abkömm-ling aus der Familie des Lorenz Koster. JakobVeillaert auS Zierickzec gebürtig, hat hier 1485 dieerste Art von methodischer EncyklopädieLartholo-müus (den Engels,»»») vnn de vrovrirtritcn derDingen " herausgegeben.

Leyden fing zwar später als manche andereStadt zu drucken au, pflegte aber mit nm so größc-rem Nnhme die Kunst bis auf die neueste Zeit.Der früheste Druck dieser berühmten Universitätist die bekannteCroniKe min Kollunt, Seelandende Nricslond ", 1483. in 4. Die ältesten Typo-graphen sind Heinrich Hcynrici und Hugo Jaussocnvon Woerdcn. Zu den schönsten Wcrkcn gchörtdieN^ckia dat is dc gantschc h. Schrifturc von

Paul Aertsz van Navrsteyn". 1642. Fol. AnchFriesland hatte schon um 1480 in dem Dorse Anjnmbei dem Städtchen Dokkum eine Presse, inittelstwelcher Hidde CainmiugaHot Njnechtdorck fennlrc fryM Frerzcna FricsKa Fandrjuecht" die älte-sten Gesetze und NechtSgewohnheitcn der Friesendruckte, von welchem höchst seltenen und merkwür-digen Buche nur zwei Eremplare übrig sind. Del-prat in seiner Schrift over <Isn voortg-»,A en üeverbreiäiiiA iler LucI«l>'U><Ic>i»st in üe v)-tt!e»6e en?estien«ts eeinv, ?e Utrecbt, 1820. 8." Seite 137setzt diesen Druck nach einer Handrubrik von demberühmten friesländischen Geschichtschreiber SimonAbbeS Gabbema auf dem einen Eremplare in derBüchersammlung dcs Barons Thoe Schwartzenbergund Hohcnlansberg, Kammcrherrn des Königs derNiederlande , sogar schon in das Jahr 1460.

Hertogenbosch in Brabant hat drei WerkeauS der früheste» Periode vou Gerhard de Leempt'sPressen auszuweisen, darunterTondalusVnsioen"von 1484. Hier hatte sich um die Mitte dcs sechs-zehnten Jahrhunderts ein Nachkomme Peter Schöf-fer's von Gernsheim niedergelassen, dessen Familie