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— Johannes Pcrgmnnir von Vlpe.
— Johann Vporinus.
durch eine Grabschrist in lateinischer, griechischerund hebräischer Sprache, die in Marmor cingehanennoch heut zu Tage über seiner Gruft in der St.Peterskirche zu lesen ist. Sowol als Mensch aus-gezeichnet durch liebenswürdigen Charakter, wie auchals Litcrator, Buchdrucker und Buchhändler, inwelcher Eigenschaft er die Frankfurter Messe häufigbesuchte, erwarb er sich bei seinen Zeitgenossen diehöchste Achtung und begründete sich für die Nachwelteinen unsterblichen Ruf. Nicht mit Unrecht nenntihn DeniS, hindeutend auf die mannigfaltigen Ver-besserungen in der Typographie und seine sauberenund corrccten Arbeiten, den „AldnS" der Deutsche».
Von Froben's drei Söhnen setzte Hicronymnsgemeinschaftlich mit dessen Tochtermann, NicolauSEpiscopius (Bischof?) von Montdidier in Frank-reich , die Druckerei und den Büchervcrlag aufeine ihres Vorgangers würdige Weise fort. SeineWittwe heiraihete den geschickten Baseler BuchdruckerHcerwagen.
Johannes Bergmann von Olpc,
von 1494 bis 1499,hat schon bei seinem ersten Austreten in Basel dnrch die mit merkwürdigen Holzschnitten und schö-nen Raudcinsassnngen gezierte erste Ausgabe vonSebastian Brant'ö „ Narrcnschiff" 1494. 4. großesAufsehen erregt und die dadurch hervorgerufenenErwartnngcn auch durch seine späteren Leistungengerechtfertigt. — Zu den berühmtesten BuchdruckernBasels gehört Froben's Corrector
von 1549 bis 1566,
eigentlich Herbst oder Herbster, welchen Namener nach der Sitte jener Zeit in das Lateinische„Oporinu«" übersetzte. Im Jahre 1507 zu Basel vou ganz armen Aeltern geboren erwarb er sich ansder Schule zu Straßbnrg, sowie später in seinerVaterstadt, durch Abschreiben und Unterricht derKinder seinen Lebensunterhalt. Auf Anraihenseines Freundes Oecolampadius widmete er sichdem Studium der Medicin und Physik und wardFamnlus deS berühmten Theophrast'S Bombast vonHobenheim genannt ParacclsnS. Da Letzterer sein
Versprechen, ihm das Geheimniß seiner Wunder-curen, besonders der Landanumtinctur mitzutheilen,nicht hielt, bewarb er sich um eine Professur dergriechischen Sprache und errichtete, nachdem er dieseStelle wieder niedergelegt hatte, eine Bnchdruckerei,wo er anfangs in Gemeinschaft mit Nicolans Vry-linger druckte, und später mit seinem SchwagerRobert Winter, dem Professor Thomas Platcrund Balthasar Ruch, einem geschickten Setzer,eine Vuchdrnckergesctlschaft begründete. Sie kauftenCratandcr's Officin. Oporin und Plater besorg-ten die Wahl der herauszugebenden Bücher undErsterer bezog damit die Frankfurter Messe . Daaber der Verlag fast immer mehr kostete als ein-brachte, trennte sich endlich die Gesellschaft und derDruckapparat wurde getheilt. Oporin und seinSchwager blieben zusammen; allein die Vereini-gung des „Herbstes" mit dem „Winter " warweder glücklich noch von langer Dauer. Ebensowenig günstig waren seine hanslichen Verhältnisse.Er hatte vier Gattinnen, die ihn durch Eigensinnquälten und durch Verschwendung seines Vermögensberaubten; die erste war die Wittwe seines FrenndeSXylotectnS, eines zur reformirten Religion überge-gangenen ehemaligen Eanonicus von Luzern , diei dritte war die Wittwe deS Buchdruckers Herwagenund die vierte eine Enkelin des berühmten Typo-graphen Amcrbach, deren Bitten er endlich nachgabund sich von den Geschäften gänzlich zurückzog. Erstarb 1568 an den Folgen eines Schlagftusses.
Unter den vielen trefflichen Werken seiner Pressezeichnet sich vorzüglich aus: „^inlreae VessIII <Zs
liummn corporiü fabrica libri VIII." 1555. in gr.
Folio, auf schönem Papier, mit Typen von gefälli-gem Schnitt, gut gezeichneten anatomischen Figurenund mit eigens in Holz geschnittenen Anfangsbuch-staben. Er selbst schrieb „ Onomasticon propriorumnvmimim" und „^nnotlltiones in sjiisestwnos l'uscn-
I-ui-ls" und ist Verfasser der Übersetzungen desXenophon und Thcokrit, sowie Weitläuftiger Regi-ster über Plato, Aristoteles , Plinins und vieleandere griechische und lateinische Classiker, derenAusgaben sich neben anderen Vorzügen durch Cor-rectheit empfehlen. Zu den vorzüglicheren BaselerBuchdruckern des sechszehnten Jahrhunderts gehört