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des DrnckgeschäfteS herbeigeführt, so blieb doch die ^Papierfabrik bis 1729 im Besitze der Familie. DieOfficin aber kaufte Johann Wolf und diese nämliche !ist es, welche nach so vielen Schicksalen zu Anfangdes vorigen Jahrhunderts Conrad Orell, Begründerdes Hauses Orell, Füßli K Comp., an sich brachte.Noch jetzt besitzt die Orell'sche Officin große Anfangs- Ibuchstaben von Froschauer's Zeit her. Die ältestevon den fetzt blühenden fünf Buchdruckereien ist dieGeßner'schc (seit 1834 Eigenthum von Joh. NndolphWild), denn sckon 1535 erscheinen „die GebrüderGeßner" uutcr Zürichs Typographen. Die übrigensind die Bürkli'sche, schon 1730 von Johann Hein-rich Bürkli begründet, und diejenige von Schnlrheßund Höhr und von I. I. Ulrich. Friedrich Gra-berg hat die ehemalige Hottinger'sche Schrift - undStcrcotypengießerci sehr gehoben.
Winterthur, die zweite Stadt deS CantonS ,besitzt erst seit 1793 Officinen von Heinrich Ziegler(Steiner'sche Buchhandlung) und seit 1834 auchdiejenige von A. G. Hegner. InStä fa gaben dieStaalsumwalzungcu von 1798 uud 1833 Veranlas-sung, daß damals von Studcr uud Brentano nndjetzt von I. I. Leuthi hier Flugschriften politischenInhalts gedruckt wurden. In Wädenschwylhat 1834 Caspar Steiger von Flawyl eine Officinbegründet.
A a r g a »l,
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erhielt zwar spater als andere Cantone, wenn mandi« zu Baden gedruckten einzelnen Schriften.'
,1. IVloiis, ^polvAia muüerum in virc>8 siiodosos.Ladas Helv. 1511. 4." und „Erklärung auf dasneue Büchlein Hausschcins (0o<x,lamflact!us), daßder wahre Leib Christi uud seiu Blut im Sacramcntegegenwärtig sey, 1527", nebst einigen Drucken desBenedictincrstistcs Mnri und der Bcrnhardiner-abtei Wcttingen ausnimmt, das unvergleichlicheGeschenk der Typographie, hat aber in ncucrer Zeitdurch die Lcistuugcu eines Beck, Saucrländer undChristen in Aar au die meisten alteren Cantoneüberflügelt, wozn der geniale Heinrich Zschokke , derseit beinahe einem halben Jahrhunderte hier seinenWohnsitz nahm, den wesentlichsten Impuls gab.
Die von Snternicister 1814 angelegte uud I83l nachLiestal an Banga und Honcgger verkaufte Druckereiwurde 1833 vou Johann Rudolf Ringier durch eineneue ersetzt, sowie gleichzeitig in dein Flecken Sar-menstorf von den Buchbindern Gebrüder Kellereine Werkstatt errichtet worden ist.
L » z e r n,
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hatte 1524 eine Privatbuchdruckerei, welcher sichder durch seine Schriften gegen die Reformationberühmte Thomas Murner , Barfüßermönch undStadtpfarrer, zur Herausgabe seiner Werke bis 1523bedient haben soll. Im Jahre 1536 erschien hierdas seltene Buch: „Deß frommen lieben andächtigenBruder Claussen (von der Flühe) Laben, Wasenund Sterben". Von nnn an scheint Lnzern fastein volles Jahrhundert ohne Druckerei gewesen zusein, iudem „Regiment v»d ordnung jn Pestilcntzi-schen zytten zu gebrauchen, vß bevelch der HerrenSchultheissen vnd Raths der Stadt Lucern" zu 1594zu Frciburg im Uechtlande gedruckt ist. JohannesHederle uud David Hautt „Buchferger" von Straß-burg uud dessen Sohn Gottfried sind die wichtigstenTypographen einer spateren Periode. Gegenwärtigverdienen Jgnaz Thüring, I. M. Anich, jetzt Ge-brüder Naber, I. B. Scherrer, Fr. Hunkeler undN. Hübscher eine ehrenvolle Erwähnung, wenngleichwol ihre Leistungen sich nicht mit denen deut-scher Mittelstädte messen können. Das Cister-cienserstift St. Urban hatte ehedem seinen eigenenDruckapparat.
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hat in Matthias Vienenvatcr oder Apiarius zugleichmit der Reformation den ersten Typographen erhal-ten, dem man schon den Druck von Nicolaus Ma-nuel's „Todtentanz " von 1525, obgleich sein Namevor 1530 nicht erscheint, sowie die ,>IZ!t>!!a >>!.^>!>n!ca"von 1569, die sogenannte Bärenbibel (von dem einenBären darstellenden Buchdruckerstock) zuschreibt-
Während von 1803 bis 1830 in diesem großenCantone nicht mehr als drei Officinen bestanden,zahlt man in der Stadt Bern allein fünf, die von
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