274 Tleuenlinrg. — Wandt oder Pans de Veaur. — Nougcmont. — Fausaiine.
Haller, Stampfli, Ratzer, Jenni und Fischer. ZuPruntrut (?oirent,-»^) druckte schon 1594 einJean Faibvre; gegenwartig liefern daselbst V. Mi-chel, seit 1832, nnd Spahr meist nur Gebetbücher.Neustadt (Nonveville) hat seit 1699 eine Werk-statt besessen, wo I. P. Marolf 1708 die schönen„?Ü»I>NK» <I<Z Ililvid" herausgab. Viel (vienne)seit 1711, wo Daniel Beck die Kunst einführte,I. Chr. Heilinann uin 1742 fortsetzte und Girardseit 1835 sein im Dorfe Renan im St. Jmmerthalbegründetes Platt „1,e ?r<>«<:r!t" und die Zeit-schrift: „Die neue Schweiz " herauSgiebt.
Nenenbnrg.
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Ist die Buchdruckerkunst vielleicht schon 1530in dieser Stadt, welche die Franzosen „Ncufchatcl"nennen, gleichwol heimisch gewesen, so bleibt dochdie von Olivetan in das Französische übersetzteBibel, deren Druckkosten von der Waldenserge-meinde bestrittcn wurden, „Neuchastel pur Pierrede Vingle dict Pirat picard 1535." in gr. Folio(mit gothischen Typen und feinen in Holz geschnit-tenen Anfangsbuchstaben), das erste Werk vonBedeutung, das nicht eigentlich in der Stadt, son-dern in dem nahen Dörfchen Serrierres gedruckt ist,weshalb sie von den Bibliographen auch „ 1^ Mdlslte 8e,'i-ii>re8", genannt wird. Jetzt wirken hierC. H. Wolfrath ans Hessen seit 1814 und K. Attin-ger aus Würtemberg seit 1831; im Dorfe LoclePhilipp Eourvoisier; iu La Chaur de Fondshat der Buchhändler Lesguereur seine Offieiu seit1834 an Fischer K Comp. in Bern verkauft.
Waadt oder ?ci^8 ll« Veaux.
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Nougeino » t,
Cistercienserkloster in der ehcinaligcn GrafschaftGrnhcrz oder dem Hochlande des Cantons Waadt,welches die Bewohner selbst „I^vs <I'sn Ii»ut"nennen, hatte laut der Endschrift des ,,/asci-culus temporum" dcö Werner Nolevink von 1481,wo es heißt: „per Fr. Deinricum Tvirrzburg deVach monachum in Prioratn rulici montis ordinis
Cluniccnsis sul> Ludovico Grueric comiti magni-
fico", schon in diesem Jahre eine Druckerei gehabt,die meisten Bibliographen sind jedoch der Meinung,daß dieser Möuch nur der Herausgeber, nicht aberder Drucker war. Demzufolge hat
durch Jean Nyver im Jahre 1556 die erste Presseerhalten, welchem 1571 Jean Le Prcur nacheiferte.Von nun an wurde viel, aber meist nur Bücher,die an innerem Gehalte und äußerer Ausstattungohne Bedeutung waren, gedruckt. In neuester Zeithat die Kuust sowie die Wissenschaft einen Auf-schwung genommen, welcher zu schönen Erwartungenberechtigt. Die gegenwartigen Drncker sind: Hignon-uns, Louis Vincent, Vlambard irere«, SamuelDelisle seit 1830 und Marc Duclour, welcher dieOffiein von „ k'iv-ls KIs" in M'erdon erworben hat.Der erwähnte Le Prenr vertauschte den Aufeuthalt inLausanne mit demjenigen von Morsce oder Morges ,wo er unter anderen auch Jacomot's Schriftüber die Morduacht zu Genf druckte nnd deshalbvon dem Landvoigt zn Baden zur Ausstellung amPranger verurtheilt wurde, wobei man die Schriftdnrch den Scharfrichter in dessen eigenen Handenverbrennen ließ. ZuIferten (Vve><ton) veran-staltete die unter dem Namen „Socivtv IlvIvvti-nKZcaläoi cscme " bekannte Gesellschaft von Buchhändlernschon 1619 die Herausgabe verschiedener classischerWerke, von welchem Zeitpunkte an die Kunst hiersast ohne Unterbrechung geübt worden ist. AußerJohann Jakob Genath, der um 1720 druckte, hatsich im vorigen Jahrhunderte der neapolitanischeProfessor de Fe'lice durch die Herausgabe der be-kannten „Kuc^clo^edle" in 48 Qnartbanden berühmt
^ gemacht. Noch wirkt hier Fivaz pöee. Zu Nyon ,wo einst Bonstctten einen schönen Kreis von Frcun-
^ den: Johannes Müller, Matthissou ?c. um sichversammelte uud Gibbon so gern in stiller Einsam-
j keit weilte, wurde 1783 die „ 1!iI>IioKi-apI>io <les p-^sda«" nur in 50 Eremplaren gedruckt. Vivis oderVevav hatte nach Hatler's Schweizerbibliothck schon1756 eine Offiein, welche um 1790 Molasse-Jossandund jetzt die Brüder Lörtschcr fortsetzen.