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Schaffhiiusni. — St. Galle». — Freiburg. — Willis.
Florian Janett Sciarplatz, ganz wie in den erstenJahren der Erfindung, bald Bücher druckt, baldeinbindet, je nachdem es verlangt wird. Er ist als-dann Setzer und Drucker in einer Person und bedarfkeiner anderen Hülfe, als derjenigen seiner Gattin.Die Buchdruckerkunst wurde iu Granbünden bis aufdie neueste Zeit ineist nur von wandernden Typo-graphen ausgeführt, woraus hervorgeht, daß ihreZahl kaum halb so groß ist, als diejenige derDruckorte. Einer der fleißigsten Wanderdrnckcrwar Nuot Schukan, dessen „pr-uica 6el ?iet»t"noch jetzt zu den beliebtesten Gebetbüchern der Enga-diner gehört.
Schafft) an son,
1 5 7 7,
verehrt in Hans Conrad Waldkirch um 1577 seinenersten Typographen, dessen Beispiele in neuerer ZeitFranz Hurter, auch Eigenthümer der in der zwei-ten Halste deö vorigen Jahrhunderts von Schwarzerrichteten „Buchdruckerci zum Kessel", Murbachund Gelzcr und Conrad Seiler mit mehr oderweniger Erfolg nachzustreben versuchen.
St. Gallen.
1 5 7 8.
Die erste Officin errichtete 1578 LconhardSträub, „Burger und Formschneider daselbst",von welchem die GelcgcnheitSschrift „Die Buch-druckcreieu der Schweiz , St. Gallen 1836. 8."Seite 2 bis 47 ausführliche Nachricht giebt, derauch unter der fingirten Schlußschrift „Rorschach "druckte. Nach ihm verdienen Bartholomäus Schnellnm 1606, Johann NöSler 1618 und JohannesSchröter 1621 genannt zu werden. Das berühmteStift St. Gallen mit seiner herrlichen Bibliothekhatte seit Anfang des siebenzchnten Jahrhundertsseine eigene Druckerei, welche sich Anfangs indemKloster Neu St. Johann im Thurthale von Ober-toggenburg befand, 1641 aber iu die Abtei selbstversetzt uud wahrend der helvetischen Ceutralregic-rung theilwcise nach Fraucnfeld in dem nengebilde-tcn Canton Thurgau geschafft, theilweise aber samtdem Locale dem Buchdrucker Zollikoser in Pacht
gegeben und endlich ihm und seinem Genossen Züblinkäuflich überlassen wurde. Der Canton St. Gallenbesitzt außerdem noch Pressen inBeng, einem zwi-schen St. Gallen nnd Arbon gelegenen Dorfe, woin der zweiten Hälfte des achtzehnten JahrhundertsBeatuS Hiltcuspcrgcr von Zug als Formschneiderund Typograph lebte; Rapperswyl, wo 1802Freuler eine Werkstatt gründete, welche Wegclinund Bosch 1832 erneuten, aber nicht fortzusetzen
! im Staude waren; seit 1823 im Dorfe Ebncit imToggenbnrgischcn, von wo aber der Begründer,Schullehrer Abraham Keller, 1827 nach Lichten-steig wanderte, welchen Wohnsitz er jedoch 183Znebst seinem Schwager Heinrich Egli mit Herisau im Canton Appenzell vertauschte, wohin sich auchCaspar Steiger, der eine Zeitlang in Flawyl ge-druckt hatte, begab. Noch unlängst wurde auchim Dorfe Bündt bei Wattwyl von NicolausKappler das politische Blatt „Der Toggenburgcr
^ Bote" gedruckt.
F r e i b n r g.
1 5 8 5.
Abraham Gamperlin aus Coustauz und WilhelmMaß führten um 1585 die Kunst in diesem Cantonein, wo sie aber uic eiucn höheren Aufschwung ge-nommen. Selbst die Hauptstadt, der einzige Ort,wo sie ausgeübt wird, beschäftigt mir nothdürftigzwei Werkstätten: von Piller uud Schmid.
W a l l L s.
16 17.
Halter erwähnt in seiner Schwcizerbibliothek,Theil I, 5lo. 1576, eines Buches, welches 1617 zuSitten (8Ion) im Jahre 1617 in deutscher Sprachegedruckt worden sein soll. Dies ist die älteste Spurtypographischer Thätigkeit des Cantons. Im vorigenJahrhunderte nennen die Annalen der TypographieMichael Meyer und Sebastian Natterer, obwolnur vorübergehend, als Zunftgenossen. Gegenwartig
> besitzen der Advocat Anloine und die BuchhändlerCalpini und Holdcrmann zwei fast ausschließend nur
! mit dem Drucke von Andachtsbüchcrn beschäftigteWerkstätten.