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Solothurn,
1 6 58,
hat ebenso wenig jemals auf größere LeistungenAnspruch gemacht. Hafner erzählt in seinem Solo-thnrner Schamplatz beim Jahre 1658: „Billich sollman an diesem Ort in kein Vergeß stellen, das? dieerste Solothnrnische Truckerey ans Johann JakobBernharts Bürgers daselbst eygenen Kosten durchden Kunsterfahrnen Michael Wehrlin vonHüttwylenJttingisch als Factoren glücklich angerichtet vndbißher rühmlich continuirt worden." Die jetzigenOfficinen sind: Gasimann, von dem geistreichenHerausgeber deö „Solothurner Wochenblattes" unddes „ schweizerischen Hudibras " Franz Joseph Gaß-mann in den 1780er Jahren begründet, und Vogel-sang seit dem zweiten Decennium des laufendenJahrhunderts.
S ch w y z.
1 6 64.
Die als Wallfahrtsort weltberühmte Abtei Ein-siedeln erhielt 1664 durch Abt Placidus Raymanndie früheste Officin, von deren Productcn?. PaulBctschart's „ Chronik von Einsiedeln " in lateinischerSprache von 1671 und Seiler's „Heiliges Thurgau"1671. 12., sowie das „ ^»t!plion-lr!um inouksticui»v<Z normsm <üs»tus (Zrexori-»,!" Erwähnung ver-dienen. Jetzt wirken hier, jedoch nur in untergeord-neter Sphäre, in Gebetbüchern, Kalendern u. dcrgl.Eberle, die Brüder Beuziger und Kälin. MitAnfang dieses Jahrhunderts ließ sich der TypographBrönner aus Miudelheim in Brunnen und indem Hauptorte S ch w y z nieder, mit dessen Presseund Lettern jetzt Jos. Th. Kälin daselbst den„ Waldstätterboten " druckt.
3 u g,
1 6 7 0,
hat zwar nach Haller V, 104!) schon im Jahre 1670in Jakob Ammon und Wolfgang Landwing eigeneTypographen gehabt, deren Thätigkeit sich jedochnicht über Kalender und Andachtsbüchcr erhobenhat, sowie auch die Besitzer der gegenwärtigen zweiOfficinen, Michael AloyS und sein Bruder Beat
Joseph Blunschi nur einen ähnlichen Wirkungskreiserwählt zu haben scheine».
Appenzell.
1 6 7 9.
Jakob Nedinger, ein Zürcher, brachte im Spät-jahre 1679 die erste Bnchdruckerci nach dem FleckenHcrisau, wahrscheinlich auf Betrieb des hierlebenden Dichters Johannes Grob von Enzenschwi'l.Dann trat eine lange Pause von nahe an 150 Jah-ren ein, bis Caspar Steiger anS St. Gallen 1832hier seinen selbstredigirten „Patriot" herausgab, woseit 1333 Friedrich Egli die edle Kunst durch schnö-den Nachdruck entweihet. In dem Dorfe Trogenerrichtete Johann Ulrich Sturzenegger im Jahre1766 in einem einsamen Banernhanse eine kleineWerkstatt, ohne daß er je die Kunst praktisch erlernthatte, um den von ihm herausgegebenen „ historischenCalender" selbst drucken zu können. Die zweitevon Meyer und Zuberbühlcr 1828 begründete Offi-cin, aus der Johann Caspar Zellmeger'ö treffliche„Geschichte des Appenzellischen Volkes" nebst der„Nrknndensammlung " hervorgegangen ist, kauftenach Meyer's Tode Johann Schläpfer. Sie ist dieeinzige der östlichen Schweiz , welche zwei Ztanhope-pressen besitzt. Der CantonSthcil Znncrrhodcn hatteniemals eine eigene Buchdruckerei.
Unterwalden,
von 1730 bis 1740,
sah im Dorfe Sarscln ob dem Walde, dem Wohn-orte des in der Schweizcrgcschichte so berühmtenBruders Claus von der Flühe, zwischen 1730 und1740 einige Legcndenbüchcr entstehen, welche derLandmann Melchior von der Flühe, ein Nachkommejencö 1732 seliggesprochenen Einsiedlers, für die zudessen Grabe wallfahrenden Pilger gedruckt hat.In dem Flecken Sarncn, dem Hanptorte des Can-tons, hat der Erjesuit P. Dillier von Wolfenschießmit einer Handpresse mehrere unbedeutende ascetischeSchriftchen gedruckt. Nicht viel wirksamer mag der182S von den Buchbindern Johann und EugenVogel begründete Drnckapparat sein. In dem Can-tonsthcil Nidwalden hat die Kunst bis auf den heu-tigen Tag noch nicht Eingang gefunden.