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T e s f i n.
1 746.
Hat dieser Canton gleichwol erst 1746 durchdie Gebrüder Agnclli zu Lauis oder Lugano dasGeschenk der Typographie erhalten, so scheint siedoch in neuerer Zeit einen hoffnungerregenden Auf-schwung zu nehmen. In diesem Hauptorte druckenseit 1830 Veladini, Ruggia und Rovelti; in Ca-polago ward gleichzeitig eine „helvetische Buch-vruckerei" errichtet; die zu Bellenz oder Bellin-zona 1833 entstandene nennt sich die „patriotische"und die neue zu Maglioso die „ volksthümlicheDruckerei." Zin Flecken Mendrisio bestehet seit1535 die Ossicin von Angeio Borelta Comp.,deren Hauptzweck die Verbreitung von Zeitblätternzu sein scheint.
T h u r g a n,
1 792,
verdankt die Einführung der Knnst dem BuchbinderWehrli in B i sch o f f s z e l l, welche von den BrüdernDieth eine Zeitlang fortgesetzt wurde. Auf Betriebder helvetischen Regierung erhielt die Hauptstadt ^Frauenfeld 1800 in Daniel Fchr, früher Besitzer >einer Bleiche, den ersten Drncker. Christian Beyclaus dem Canton Zürich setzt das Geschäft seit 1834unter der Firma „Fehr'sche Buchdruckerei" fortund hat seit 1831 in dem Buchbinder Kolb nureinen schwachen Nebenbuhler. Zu gleicher Zeitwurde von I. K. Brenner zu Weinfelden zur ^Herausgabe des ZeitungSblatteS „der Wächter"eine besondere Werkstatt begründet.
G l a r u s.
1 7 9 8.
Die nächste Veranlassung zur Eiuführuug derersteu Buchdruckerei in diesem Cantone war dieschweizerische Staatsumwälzung von 1798. DerBuchbinder Frenler folgte dem Rufe der Regierungdes damaligen Ccmtons „Linth " und druckte meh-rere Flugschriften. Seil 1828 widmet sich FridolinSchmidt mit seiner ganz neu errichteten Officin mehrdem Buch - und Kimsthandcl, als der Druckerei.
Zu Anfang des Jahres 1840 zahlte man in derSchweiz 112 Buchdrnckereien, von denen 47 demwestlichen und nordwestlichen, 40 dem mittlerenund südlichen nnd 25 dem östlichen Theile derselbenangehören. Haller in Bern war der Erste, dereine in Paris gefertigte Stanhopepresse in seinerOfficin aufstellte. Ihm folgten Meyer in Trogenund Nätzer in Bern . Druckmaschinen oder mecha-nische Schnellpressen besitzen Orelt, Füfili K Comp.und Sauerländer in Aaran. In der Schriftgießereiragen W. Haas in Basel und Fr. Graberg in Zürich hervor.
Aus alle dem gehet hervor, daß die Typographiennr im sechszehnten Jahrhunderte und mir zn Basel ,Zürich nnd Gens Großes leistete, daß die Schweiz in dieser Beziehung den meisten Ländern Enropa'snachsteht und die hohe Kunst in neuester Zeit da-selbst weniger zum edlen Dienste der Wissenschaftuud Kunst angewendet, als vielmehr in den meistunwürdig redigirten Volksblättern zur Fröhnnngeines kleinstädtischen Parteigeistes gemißbraucht wird.Vergl. P. W. (egelin) „die Bnchdrnckereien derSchweiz", St. Gallen , 1836.8.