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Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
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Irland. Spanien. Valencia .

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Irland

war einer der letzten Staaten Europa's , in welchemdie Buchdruckerkunst heimisch wurde. Es scheintnicht, als wenn dieselbe vor dem Jahre 1551 hiergeübt worden Ware. Das früheste Werk ist KönigEdward's VI. von Humphry Powell in Dublin (in der irischen Sprache ,,^tba eiiatK") gedruckteLommoir Prnyer UooK", 1551. in Folio, einwörtlicher Nachdruck vou Whitchurch'ö Ausgabevon 1549. Powell wendete in seiner fünfzehnjäh-rigen Thätigkeit meist nur die gothische Type an.Nach Dublin that sich in früherer Zeit besondersWaterford hervor, wo die Thätigkeit mit demJahre 1555 begann. Drucke mit irländischen Typenwurden erst 1571 durch N. Walsh und John Kearneyeingeführt. Ein Katechismus, von dem Letzteren

in das Irländische übersetzt, war das erste mit dieserSchrift gedruckte Buch um 1577. Außer einigenAndachtsbüchern wurde bis 1700 AMs, was inIrland von einiger Bedeutung geschrieben worden,zum Drucke nach London, Paris, Antwerpen oderDonay gesendet und selbst noch vor vierzig Jahrenerstreckte sich die Thätigkeit der irischen Presseauf wenig mehr als auf den Nachdruck englischerWerke im verkleinerten Maßstabe. Irlands merk-würdigste Typographen waren William Farmer,John Francton, Robert Wilson uud GeorgeFanlkner; doch haben auch sie ihre Lettern ansLondon bezogen.

Ueber Großbritanicns Leistungen auf dem Ge-biete der Typographie vergleiche man die Werkeeines Ames, Herbert, Lewis, Middleton, Dibdin,I Hansard, Luckombe, Cotton und Timperley.

-K p l!

panien hat sich zwar frühzeitig durch(?^o) Pflege der Wissenschaft und Kunst aus-gezeichnet, wie uns die literarhistorischen Werkeeines Andreas SchottnS, Ricolas Antonio, Raphaelund Pedro Nodriguez Mohedano, Don SaverioLampillas und Vincente Ximeno belehren, aberdoch später als andere Länder, und zwar wie diesedurch Deutsche, das Geschenk der Typographie er-halten.

Valencia ,

1 4 7 4,

lieferte in den Vliros o Trobcs los quales tractendc las hors dc la S. Vcrge Maria, por PernardoFrnollar" 1474. in Quart das erste in Spanien gedruckte Buch. Es ist dies eine Sammlung von36 Gedichten zur Ehre der h. Jungfrau, von denen4 im castilischen, 1 im italienischen und die übrigenim limnsinischen Dialekte abgefaßt sind. Der Druckerist unbekannt. Hierauf folgt einSallust " von

n i e n.

1475. in 4.,Comprchensorium", ein lateinischesWörterbuch, 1475. in Folio und die Bibel in limu-stnischer, damals zu Valencia üblicher Muudart,aus deren Schlußschrift man zuerst die beiden älte-sten Buchdrucker iu Spanien keuucu lernt. Es sindAlfonso Fernandez Cordova und Lam-bert Pelmart oder, wie ihn die Spanier schrei-ben, Palomar, ein Deutscher, welche Beide jenesWerk im Jahre 1478 auf Kosten Philipp Vizlcmt's,Kaufmanns von Jsny in Schwaben, vollendet haben.Ersterer, ein ausgezeichneter Astronom, erscheintauf keinem anderen Druckwerke und giebt daher znrVermuthung Anlaß, daß er den deutschen Genossenmehr mit seinem Rathe, als durch Händcarbeit un-terstützt habe. Letzterer aber setzte sein Geschäft bis1494 fort.

Der gleichzeitig mit ihm vorkommende JacobuSde Villa, 1493- 1495, scheint mehr Buchhändlerals Buchdrucker gewesen zu sein; Peter Hagembachund Lconhard Hut, auch Hutus und Hurus, zwei