Vorwort,
Die unübersehbare Zahl der Schriften über den Währungs-streit zu vermehren, könnte auf den ersten Blick als ein Beginnenvon zweifelhaftem Werth angesehen werden.
Ich habe trotzdem, nachdem ich das vom Verfasser mir vor-gelegte Manuskript durchgelesen hatte, keinen Augenblick ge-zögert, ihn zu dessen Veröffentlichung zu veranlassen und ihmdie Wege dazu zu bereiten.
Eine vollständig neue Verschiebung in dem Stand der deut-schen Währungsangelegenheit hat eine neue Lage geschaffen, unddiese verlangt dringend nach neuem Aufgebot von Bemühungenzur Bekämpfung einer Gefahr, die, wenn auch in ihrer Aus-gestaltung noch im weiten Felde, nicht grofs genug gedachtwerden kann.
Obwohl der Kampf um diese Dinge niemals zum Stillstandgekommen war, hatte der Gang der Thatsachen seit etwa Jahres-frist eine gewisse Beruhigung in den von der Güte unserer Geld-verfassung überzeugten Kreisen zur Folge gehabt. Die That-sachen sprachen so deutlich, dafs keine Zeit weniger als diegegenwärtige geeignet scheinen konnte, das Festhalten an demBestehenden in Frage zu stellen.
Aber wenn die Thatsachen auf dem Gebiete des Geld- undMünzwesens selbst diese Beruhigung eingeben durften, so fiel dasfür die nur nach der Gunst der zeitweiligen politischen Konjunk-turen fragenden Gegner des Bestehenden wenig ins Gewicht.Sobald ihnen die Zeit gekommen schien, mit mehr Wucht alsfrüher einen politischen Druck auf die gesetzgebenden Faktorenauszuüben, erachteten sie auch den Moment gekommen, den
1 *