19
leute drüben über dem Weltmeer, verhindert die so nothwen-dige Gesundung der amerikanischen Geldverhältnisse und trägtunabsichtlich vielleicht dazu bei, die Währungswirren, welche siebeseitigen will, zu vergrüfsern.
Blicken wir zurück! — Seit der Ueberwindung der vorüber-gehenden Krisis in den Jahren 1880—1884 haben sich alle Ver-hältnisse in einem so hohen Grade günstig für die Goldwährungentwickelt, wie es selbst die hoffnungsfreudigsten Anhänger un-serer bestehenden Münzverhältnisse nicht ahnen konnten. DiePolitik Bismarck’s und Caprivi’s, bestehend im strikten Festhaltenan der Goldwährung und in der gelegentlichen scharfen Abwehrund Verurtheilung übertriebener bimetallistischer Agitation, istdurch die Entwickelung der Dinge in einer Weise gerechtfertigtworden, dafs man annehmen mufste, für absehbare Zeit sei einAblenken von dieser Politik gänzlich ausgeschlossen. Ich kannnur wiederholen, und Freund und Feind wird mir dabei rechtgeben: von rein-währungspolitischem Standpunkt auswaren die deutschen Geldverhältnisse noch nie in einerso vorzüglichen Verfassung, wie gegenwärtig; deshalbwäre, wenn nicht andere, sehr gewichtige Gründe vor-liegen, gerade jetzt eine Preisgabe der deutschen Goldwährung,welche ein Bismarck in der schwierigsten Zeit aufrecht erhalten,ein Vertauschen unserer sicheren und soliden Währungsbasisgegen unbekannte und im Voraus absolut nicht zu berechnendeVerhältnisse — man erschrickt bei dem blofsen Gedanken andie ungeheuere Tragweite eines solchen nicht mehr gutzu-machenden Schrittes — mehr als Hazardspiel.
II.
Man führt nun allerdings aufserhalb des währungstechnischenGebietes liegende Gründe ins Treffen, die sehr gewichtig er-scheinen. Ich will nur die am schwersten wiegenden hervor-heben; die nebensächlicheren, z. B. die Nachprägungsgefahr fürunsere Silbermünzen und auch den angeblichen Ruin unseresSilberbergbaus, glaube ich mir erlassen zu dürfen. Die grofsenGesichtspunkte, von welchen aus Bimetallisten und Monometal-listen die Frage behandeln, sind drei: ein handelspolitischer,
2 *