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Gegen den Währungs-Umsturz / von Karl Helfferich. Mit einem Vorw. von L. Bamberger
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der Silberländer gar nicht ersonnen werden könnte; und ichglaube, diese zweite Wirkung der Währungsverschieden-heit ist für das Wachsthum dieser Wirthschaftsgebieteein weit gröfseres Hemmnifs, als die Exportprämie an-dererseits eine Förderung.

Diese Ansicht wird bestätigt durch die Zahlen unserer Han-delsstatistik. In derselben spiegelt sich nicht der «Ruin der Ex-portindustrie», nicht einmal eine Abnahme unseres Exportesnach Silberländern, sondern das genaue Gegentheil.

Die Ausfuhr Deutschlands nach den Silberwährungsländern(Britisch Indien, China, Japan, Mexiko ) betrug nach dem «Deut-schen Handelsarchiv»:

im Jahre 1881 : . 20 156 000 Mk. (0,6 % der Gesammtausfuhr)

1885 . . 29236000 - (1,1 % - )

1889 . . 90123000 - (2,9^ - )

1893 . . 116 515 000 - (3,8 % - )

Also nicht nur absolut ein stetiges Anwachsen des deut-schen Exportes nach den Ländern mit Silberwährung (in 12 Jahreneine Steigerung auf das Sechsfache!), sondern auch eine re-lativ ganz bedeutend stärkere Entwicklung gerade diesesangeblich der Vernichtung preisgegebenen Exportzweiges, alsdie des Gesammtexportes!

Die Ausfuhr aus den Silberländern nach Deutschland entwickelte sich in derselben Richtung, eine Nuance stärker, von0,6 % des Gesammtimportes im Jahre 1881 auf 6 % im Jahre1893. Unser Gesammthandel mit den Silberländern stieg von38'/ 2 Millionen Mark i. J. 1881 auf 35i 3 /i Millionen Mark i. J. 1893,von 0,6 % des gesammten deutschen Aufsenhandels auf 5 %'.')

') Diese Zahlen bedürfen einiger einschränkender Worte. Die Entwickelungdes deutschen Handels mit den Silberländern spiegelt sich in ihnen aus zweiGründen zu grofs. Einmal ist es wahrscheinlich, dafs im Jahre 1881 noch von denfür die Silberländer bestimmten Waaren mehr durch englische Vermittelung gingoder als Ausfuhr nach England deklarirt wurde, als es heute geschieht. Dannaber, und dieses zweite Moment ist entschieden das wichtigere, ist eine ein-schneidende Verschiebung in den statistischen Zahlen für den überseeischen HandelDeutschlands durch den Anschlufs von Hamburg und Bremen an das deutsche Zollgebiet, welcher am I. Oktober 1888 erfolgte, hervorgerufen worden. SichereRückschlüsse gestatten daher nur die Zahlen von 1889 ab, aber auch ausdiesen Zahlen ergibt sich eine beträchtliche Steigerung unsererAusfuhr nach und unserer Einfuhr von den Silberländern.