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15. gülden nochgeben, wiewol er des noch etliche jar zil hette, vnd inen darumb tunnoch wifunge folicher zedel davon begriffen. Vnd alß Jerge Dryzehen fürbas gemeldethette, wie Andres Dryzehen, pn bruder felige, etwievil pnsvatters erbe vnd guts gehebt,verfemet oder verkauft habe, das gange ine nicht an, vnd im fy von im nit me worden,dann er vor erzalt habe, vßgefat ein halben omen gefotten wins, ein korp mit bieren, 123vnd er vnd Andres Heilmann haben im ein halb fuder wins gefchencket, do pe zwene faPme by im verzert hettent, darumb im aber nütjit worden were. Darzu als er fordert, inen inpn erbe zu fetjen, do wiße er dehein erbe noch gut, do er ine infetjen folle oder dovon erim iht zu thun fy. So fy auch Andres Dryzehen niergent pn bürge worden, weder für blioder anders, one ein mol gegen Fridel von Seckingen, von dem habe er ine noch pme todewider gelidiget vnd gelöfet, vnd begert darumb pn kuntphafft vnd worheit zu verleien.
Alß nochdem wir meißer vnd rat obgenannt forderunge vnd antwurt, rede vnd Wider-rede, auch kuntfchafft vnd worheit, fo pe beder pte fürgewant habent, vnd befunder denzedel, wie die beredung vor vns gefcheen, verhörtent, do komment wir mit recht vrteilüberein vnd fprodhent es auch zu recht: Wile ein zedel da ift, der da wifet, in welchermaße die beredunge zugangen vnd gefchehen pn foll, fy dann daß Hanns Riff, AndresHeilmann vnd Hanns Gutenberg fchwerent einen eit an den heiligen, daß die facheergangen pent, alß das der obgemelt zedel wifet, vnd das derfelbe zedel daruff begriffenwurt, daß ein bepgelter brieff daruß gemäht pn folt, ob Andres Dryzehen by pnem lebenblibenwere, vnddaßHanß Gutenberg do mit fweret, daß im die 85. gülden von AndresDritjehen noch vnbezalt vßßont, fo follen im diefelben 85. gülden an den obgemelten 100.gülden abegon, vnd foll die übrige 15. gülden gemelten Jörge vnd Claus Dryzehen harusgeben, vnd follent die 100. gülden domit bezalt pn noch innhalt der obgemelten zedel.Vnd foll Gutenberg fürbas von deß wercks vnd gemeinfehafft wegen mit AndresDryzehen all nütpt zu tun noch zu fchaffen haben. Solichen eit Hans Riff, Andres Heil-man vnd Hanns Gu ten b e rg vor vns alfo geton habent, vßgenommen daß Hans Riff ge-feit hat, daß er by der beredung am erften nit geweßen fy, fo bald er aber zu in kommenvnd pe im die beredung feiten, da ließ er das auch daby bliben: daruff gebieten wirdiefe Verheißung zu halten. Datum vigil. Lucie et Otilie Anno XXXIX. [12. Dec. 1439].
Die fämtlichen Prozeß-Akten über den Rechtsßreit zwifchen dem Straßburger Schultheiß Jörg Drißehnund Johann Gutenberg find zu Grunde gegangen. Sie waren in 3 Papierhandfchriften überliefert.
1) Manu f kri pt A enthielt Nr. I und II unferes Textes, alfo die Zeugenausfagen für Drißehn (Zeuge 1—13)und die Ausfagen der Zeugen Gutenbergs (Zeuge 14—16). Der Band trug als Decke ein vergilbtes Perga-mentblatt mit der Auffchrift: „Dicta testium magni consilii Anno domini M°cccc° tricesimo nono.“ Erbeßand aus 2 Heften zu je 84 Blättern, alfo zufammen 168 Bll. Die Hefte waren mit fchmalen Pergament-ßreifen an dem Umfchlag befeßigt. Die Höhe des Papiers betrug 30 cm, die Breite 22 cm, das Formatwar demnach klein Folio. Das Papier hatte wagerechte alte Rippen, war vfergilbt und am Schnitt gebräunt. AlsWaffermarke zeigte es zum großen Theile die Wage, in andern Partien zwei Arten des Ochfenkopfes; vgl.das Facfimile bei Laborde, Debüts de l’impr. ä Strasbourg PI. III. Der Text der Zeugenausfagen ßand aufBl. 107» — 110 b und 117» — 118b, und zwar zwifchen andern Concepten von Verhandlungen, die vor demgroßen Rathe von Straßburg ßattgefunden hatten.
2) Manufkript B überlieferte u. A. die No. III—V unferes Textes, d. h. die Klage des Lorenz Beildeck,gegen Jörg Drißehn und die beiden Zeugen lißen. Die Handfchrift trug als Titel: „Querimonie et testesregistrati magni consilii Anno domini M°cccc°xxx nono.“ Es war ein Heft in Pergament-Umfchlag undbeßand aus 48 Papierblättern, von denen Bl. 31—36 leer geblieben waren. Unfere 3 Stücke fanden ßchauf Bl. 21«, 38b und 44» zwifchen anderen Aufzeichnungen ähnlicher Art.