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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
Entstehung
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DIE URKUNDLICHEN NACHRICHTEN ÜBER JOHANN GUTENBERG .

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Nach Köhlers Vorlage (der Glauburgfchen Abschrift der Urkunde von 1430) ergiebt ßch jedoch, daß imOriginal die beiden Theile der Rente zu je 6V 3 Gulden verzeichnet waren. Die Collation der Glauburg-fdien Copie im Darmßädter Archiv verdanke ich Freih. Schenk.

36. Die Rechnung [timmt, wenn der Gulden mit 24 Schillingen berechnet wird.

37. Das Datum diefes Dokuments wurde oft falfch bejtimmt, fo von Wetter und v. d. Linde, (der in Folgedeffen die Urkunde falfch einordnet) = 11. Juni, von Schaab I S. 45 = 13 Juni und von Bernard I S. 118= 12. Juni. Der Antoniustag wurde in der Diözefe Mainz am 17. Januar gefeiert. Diefer Tag fiel 1430auf Dienßag. Alfo ift feria fecunda ante Antonii in unferem Fall = Montag 16. Januar.

38. Das Datum: Anno domini 1430 ift von fpäterer Hand hinzugefügt. Blatt 53 ift das Titelblatt der darauffolgenden Urkunde und enthält nur die Ueberfchrift auf der Vorderfeite.

39. fin fehlt in der Frankfurter Hs.

40. offgeburge Hs.

41. voger. Hs.

42. Vor ,vngeirret in der Hs. ausgeßrichen: vngewert.

43. vnd fehlt Hs.

44. wollent Hs. Dafür ließ Joannis beffer: ,wan, welches auch der Sinn des Saßes verlangt.

45. das fehlt Hs.

46. Die 10 Worte: vnd wir ingeßgel fehlen bei Hegel XVII, S. 78 Z. 12 durch Verfehen.

47. Deutlicher die Datirung bei Joannis III, S. 463: Datum feria tercia proxima post dominicam, quacantatur in ecclesia Dei Letare Jherusalem MCCCCXXX. Das Datum ist falfch beßimmt auf den18. März bei Schaab II, S. 222 Nr. 73, WetterS. 44 und Droyfen, Eberh. Windeck S. 209, denen v. d. Linde,Gutenberg Urk. I nachdruckte. Bernard IS. 118 berechnet fälfchlich den 26. März.

48. Abhandlungen der Sächf. Gesellfchaft der Wiffenfch. Phil.-hiß. Claffe Bd. II S. 209 f.

49. vergeffener: Schöpflin. Entweder Schreibfehler der Hs. oder Verfehen des Herausgebers.Verfeßenezinße heißt der terminus technicus für rückßändige Zinfen.

50. Der Hof hieß ,zum Lombarden 1 und fpäter durch Volksetymologie ,zum Lampertus 1 ; vgl. Franck, Gefch.von Oppenheim S. 129. Die falfche latein. Ueberfeßung Schöpflins berichtigte fchon Meermann, Originestypogr. I S. 168 Anm.

51. Die falfche Lefung Schöpflinsminer Vettern Artgeld huß berichtigte bereits Meermann a. a. O. S. 168Note und nach ihm Wyß, Centralbl. f Bibi. VIII, S. 556. Die Hs. hatte jedenfalls Ortgeldhuß, wie oftin Mainzer Akten verbunden wird ßatt Ort Geldhuß.

52. Das Datum ift bei v. d. Linde, Gutenberg Urk. III falfch (12. März) berechnet. A. Bernard, Orig, delimpr. IS. 119 fchwankt zwifchen 12. März und 3. September.

53. K. Faulmann, Erfindung der Buchdruckerkunß 1892 S. 129. Es wäre an der Zeit, das von Irrtümernftroßende Buch nicht mehr ernßhaft zu nehmen.

54. Vgl. deffen originelle Recenßon des Faulmannfchen Buches im Centralbl. für Bibi. VIII, S. 551 ff.

55. The Academy 1896, S. 13. Die Elaborate Howorths gereichen diefer Zeitfchrift nicht zur Ehre.

56. So heißt der Stadtfehreiber mit vollem Namen. Er ift eine aus der Mainzer Stadtgefchichte genügendbekannte Perfönlichkeit. Vgl. Hegel, Chroniken XVII im Regißer unterWerstat.

57. Zu Grunde liegt ßcher das Wortdordede = völlige Abmachung, Schenkung, das bei Gudenus III 939belegt ift; vergl. auch Hegel , Chroniken XVII Verfaffung S. 106 Zeile 16.

58. Das Datum bei v. d. Linde, Gutenberg Urk. IV, ift, wie gewöhnlich, falfch berechnet (25. Mai). Zu derUrkunde felbß habe ich noch Folgendes zu bemerken. Freih. Schenk macht mich darauf aufmerkfam,daß man auf Grund der Renten-Herabfeßung von 14 auf 12 Gulden den Altersunterfchied der BrüderFriele und Johann Gutenberg berechnen könne. Friele, der Erßgeborene kann im Jahre 1434 höchßens46 Jahre alt gewefen fein (die Eheberedung der Eltern war im J. 1386; vgl. oben S.75). Sein jüngererBruder, Johann Gutenberg , dürfte demnach gemäß der Kürzung der Leibrente (nach dem Anfaß:14:12 = 46 :x) im Jahre 1434 ein Alter von höchßens 39 Jahren und wenigen Monaten gehabt haben.Joh. Gutenberg könnte danach früheßens 1394, und da er fchon 1420 felbßändig handelt (vgl. Ur-kunde Nr. I), fpäteßens 1399 geboren fein.

59. Man vergleiche hiermit die Wiedergabe bei Heffner, Archiv des hiß. Vereins von Unterfranken XIVS. 171, die fehr flüchtig ift. Stattzu widderker muß es natürlich heißenzu widderkauff. Die Nennungdes Empfängers der Rente, Gutenbergs Schwager Clas Vißdum, ift von Heffner weggelaffen.