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K. SCHORBACH
in den Rechnungsbüchern von S. Thomas Belege. Sie werden regelmäßig unter „dem vsgeben an dasmettingelt, das der von Richßein vnd Jordan befeßet hant“ gebucht. Solche Vermerke lauten: „Itemiij ß von den iiij lib. vff Johann Gutenberg. “ Für unfere Zwecke iß der Nachweis über die Verwendungder von Gutenberg zu entrichtenden Zinfen natürlich nur nebenfächlich.
204. Faulmann, Erfind, d. Buchdr. S. 141 macht ihn zu Gutenbergs Großvater! Auch der Engländer Ho-worth (Academy 1896 S. 78) kann den „avunculus“ nicht klein kriegen. Man vergleiche jeßt die Dar-legungen des Frh. Schenk oben S. 101.
205. Martin Brecht er kann ich als Mitglied der Straßburger Tucherzunft nachweifen, er gehörte zu den„ßubgefellen, die für volle dienent“ ebenfo wie Gutenbergs Genoffe Andr. Heilmann (vgl. Fase. AA 194,Bl. 121» und AA 195, Bl. 124» des Straßb. Stadt-Archivs). Durch Heilmann mag daher die Bekannt-fchaft Gutenbergs mit M. Brechter vermittelt worden fein. Die Brechter (Prechter) waren ein altesangefehenes Gefchlecht, das fowohl in Hagenau wie in Straßburg urkundlich bezeugt iß (vgl. B. Herßog,Edelfaffer Cronick (1592) Buch VI S. 269, Schöpflin, Alsatia illustr. II S. 639, Lehr, Alsace noble III,S. 415 und Kindler v. Knobloch, Das goldene Buch von Straßburg S. 249 f). Sie erhielten ca. 1440 einenWappenbrief. Ueber das fchöne von Hans Baidung gezeichnete Wappen vgl. v. Törey, Die Hand-zeichnungen des H. Baidung II S. XXXVII u. Taf. 113 fowie R. Stiaßny, Hans Baidung Griens Wappen-zeichnungen 2. A. 1896 S. 37 u. Taf. VIII.
Die Straßburger Brechter waren im 16.Jahrh. reiche Kaufherrn und Bankiers, die ihr Stammhausin der Schloffergaffe hatten (vgl. Seyboth, Das alte Straßburg S. 110, 27). Bekannt iß befonders FriedrichPrechter, der größere Papierlieferungen für Ant. Koberger in Nürnberg übernahm und von 1499 an25 Jahre lang mit diefem in Gefchäftsverbindung ßand (vgl. O. Hafe, Die Koberger S. 67Pf). WilhelmPrechter erhielt im Jahre 1556 den Adelsbrief.
206. Nouveaux dötails sur Gutenberg S. 3.
207. So wird in Straßburger Aktenßücken des 15. Jahrh. oft gefchrieben.
208. Ueber die Conßofler (conßabularii) vgl. Hegel, Chroniken. Straßburg II S. 958 ff u. bef. S. 962.
209. Für Straßburg iß der 24. Februar anzunehmen. Auch gefchah die Weineinfchäßung gewöhnlich zu Be-ginn des Jahres.
210. Nach Wenckers Collectaneen Bl. 149 b . In den Straßburger Stadtordnungen Bd. 24 Bl. 41 ff heißt es,daß der Hausherr nach altem Brauch „für yede perfone in ßnem hufe, die opferbar were“ jährlich8 Schill, an das Ungelt geben follte. Vgl. Eheberg, Verfaffungs-, Verwaltungs- und Wirtfchaftsgefchichteder Stadt Straßburg I (1899) S. 484 f.
211. Vgl. Eheberg a. a. O. S. 133. Die alte Ordnung „von der Pferde wegen“ aus dem Jahre 1395 ßellte für‘/ 2 Pferd ein Vermögen von 400—600 Pfund feß. Vgl. Hegel, Chroniken. Straßburg II S. 960.
212. Eheberg, a. a. O. S. 354 ff.
213. Die Kirchfpiele folgen fich fo: S. Aurelie, S. Laurenßii, S. Martin, S. Nicias, S. Peter fenior, S. Peterjunger, S. Stefan und S. Thome.
214. Im Bürgerbuch des Straßb. Stadtarchivs (Band I Sp. 27) fand ich unter dem Jahr 1444 diefen Eintrag :Item Conrat Safpach hat ßn burgrecht abgefeit fabatho ante dominicam letare (d. i. 21. März). Band ISp. 57 heißt es beim Jahre 1451: Item Safpach Conrat iß gegönnet wider an ßn burgreht zu tretten vnddarff es nit koufen, fabato poß Johannis Baptiße (d. h. 26. Juni). Ueber eine Vermuthung betreffendGutenbergs und Safpachs Aufenthalt während der Jahre 1445—47 vgl. den Auffaß des Freih. Schenkoben S. 124. Safpachs Siegel iß abgebildet bei Lemperß, Bilderhefte Tafel 2.
215. H. Witte, Die Armagnaken im Elfaß 1439—1445 (Straßb. 1889) S. 72.
216. Bei Schaab II S. 253 und bei v. d. Linde, Gutenberg Urk. IX iß das Datum falfch (6. Okt.) berechnet.
217. Es kann „Rive“ oder „Ruve“ gelefen werden.
218. Hs. „belle“ durch Irrtum des Schreibers. Schaab und v. d. Linde lefen falfch „wille.“ Der Sinn verlangt„bedde“ — Bitte.
219. Schaab und v. d. Linde lefen fälfchlich „Renthe.“
220. Schaab und v. d. Linde lefen unrichtig: war.
221. Clas: auf Rafur. Der Schreiber hatte zuerß irrtümlich Conradt von Witterßadt gefchrieben, der untenin der Urkunde als Zeuge vorkommt.
222. Hs.: jrers.
223. Hs.: bieten. Vielleicht wollte der Schreiber in das richtigere md. „beten“ ändern.