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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
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ARTHUR WYSS

zukommt. Dziatjko 44 läßt Gutenberg den Drude der 36zeiligen Bibelhödhß wahrßhein-lich in Verbindung mit Pfifter einleiten und die Beendigung der Arbeit bei diefem zuBamberg erfolgen. Beßärkt wird er in diefem Gedanken nach dem Vorgang von Labordedurch die Beobachtung, daß die erhaltenen Exemplare und Bruchßücke diefer Bibel 'zueinem großen Teile aus Bayern, alfo dem Bamberg nächftgelegenen örtlichen Bereicheßammen. Aber man kann nur das in Betracht ziehen, was aus der Bamberger Gegendftammt, und das nicht viel. Wie viel Exemplare von dort glaubt man denn aus er-haltenen Fragmenten nachweifen zu können ? Mit Sicherheit ift eigentlich nur das Blattim Deckel einer Rechnung des Klofters St. Michael zu Bamberg vom Jahr 1460 45 hierherzu ziehen. Was etwa vom untern Main kam, weiß auf Mainz, nicht auf Bamberg. Mitden kleinen, in den Typen der 36zeiligen Bibel gedruckten Schriften es ebenfo; manzieht auch hier Pfißer hinein. Man kann ihn aber auf das beßimmtefte hinausweifendurch ein Hilfsmittel, das ich für die Unterfuchung zuerß herangezogen habe: dieSprache. 46 Nach ihr wird er vom Türkenkalender abgetrennt. Ebenfo vom Cißanus;ein Wort in diefem von den par Titelworten, die man bisher allein kannte, genügt: zudutfche würde bei Pfifter lauten zu teutfeh. Von den Donaten zu fagen, daß ihr Fund-ort, foweit man ihn kennt, Mainz ift oder auf Mainz weift und daß von Pfißer lateinifcheDrucke überhaupt nicht bekannt find. Sein erfter datierter Druck ift vom 14. Februar1461; viel früher wird er die Typen nicht überkommen haben. Ich halte ihn für einenBriefdrucker von Haus aus. Soll ich eine Vermutung wagen, fo möchte ich annehmen,daß er von einem Landsmann, dem Notar Ulrich Helmasperger, Klerik Bamberger Bistums, der Fußs Eid protokollierte, von dem Mainzer Werk der Bücher Kundeerhielt. Nach Vollendung der 36zeiligen Bibel mag er von Gutenberg nach kurzerEinweifung in den Betrieb die zur Errichtung feiner Druckerei nötigen Typen gekaufthaben. Vielleicht übernahm er auch einige Exemplare der Bibel, um ße zu Haufeabzufe^en. Arthur wyss .

Anmerk untren ^ ^ r ^ r - v - A., Nähere Anzeige des älteren bisher bekannten typographifchen

® Denkmals: Aufruf der Chrißenheit gegen die Türken in Teutfdien Verfen, imNeuen Literarifdien Anzeiger 1806 Nr. 22 Sp. 344348 und Nr. 23 Sp. 360366, wo er den Inhalt zumAbdrude bringt. J. Chriß Freiherr von Aretin, Ueber die früheßen univerfalhißorifchen Folgen der Er-findung der Buchdruckerkunß. Eine Abhandlung vorgelefen in einer öffentlichen Sißung der Academie derWiffenfdiaften in München. . . . Herausgegeben mit dem vollßändigen Fac Simile des älteßen bisher be-kannten teutfdien Druckes. München 1808 4°. Die Nachbildung hat den befonderen Titel: Vollßändigeslithographifches Fac Simile des älteren bisher bekannten teutfdien Druckes. München 1808.

2. Gefchichte der Erfindung der Buchdruckkunß III 948951, vgl. 845 892.

3. S. 59 der erßen Auflage. 4. Anzeiger Sp. 345.

5. Typographifche Seltenheiten VI 161 (mit Abbildung) 165 167 169.

6. Die Papiere des XIV. Jahrhunderts im Stadtarchive zu Frankfurt a. M. und deren Wafferzeichen S. 21 f.Figur 50 f.

7. Serapeum VI (1845) 273 ff. Tafel II Fig. 51 54.

8. a. a. O. VI 173.

9. Wenn hier Thüringen dem Landgrafen von Heffen beigelegt wird, fo gefchah es wohl mehr des Reimeswegen als aus Unkenntnis.

10. Vgl. Heiß, Neujahrswünfche des XV. Jahrhunderts. Mit 43 Abbildungen in Originalgröße. Straßburg1899. Fol. Zweite billige Ausgabe in 4°. Straßburg 1900.

11. Serapeum XVII (1856) 339343.