DER TÜRtvENKALENDER FÜR 1455.
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Velke mir freundlich zur Verfügung (feilte, lautet fiewie folgt: Prebendarum. || RegijfrumCapituli Ecclefie fancti || gingolffi intra muros mog. receptorum || £ dißributorum Annolvij per Johannem || Kefer 43 vicarium ecclefie predicte. Die Hand i(t etwas unficher,anfdieinend die eines älteren Mannes. Darunter (fehen, von weit fpäterer Hand (XVI.Jahr-hundert), die Jahrszahlen 1457 || 1458. Der erhaltene Teil diefes einfeitig bedrucktenEinblattkalenders (Plakat) umfaßt außer der 3zeiligen Ueberfchrift den Text der erftendrei Monate. Danach beredinet fich das Ganze, wenn auf Dezember nicht noch irgendein befonderer kleiner Abfchluß folgte, auf 3 + 36 = 39 Zeilen und (feilte eine Druck-fläche von 32 cm Höhe und 26,3 cm Zeilenlänge dar.
2. Zwei Blätter eines 27zeiligenDonat in Paris, früher in Mainz. Heffels, Gutenberg
176—178. Dziatjko, Gutenbergs Druckerpraxis 15 f 127f. Schon oben S. 314 erwähnt.Das eine der beiden Blätter trägt, dicht am obern Rand und von diefem leicht durch-fchnitten, hinter dem im XVII.—XVIII. Jahrhundert ge(chriebenen Worte Heyderßheym(Hattersheim im Rheingau) die Jahrszahl 1451 in Zügen, welche der Zeit, die fie aus-drücken, entfprechen. Trotzdem bin ich geneigt, fie für eine Fälfchung Bodmanns, derdie Blätter gefunden hat, zu erklären. Daß der Donat in oder vor 1451 fallen kann, folldamit nicht bezweifelt werden. Dziatjko behauptet nach einer Photographie der Blätterin Göttingen, daß ‘die Zahl 1451 (fo oder anders) auf ihnen nirgends zu lefen’ fei; erbemerkte außer dem Ortsnamen nur ‘Refte von Buchfiaben oder Zahlen (?)’; von irgendeiner Wahrfcheinlichkeit, das Jahr 1451 herauszulefen, könne keine Rede fein. Bei derWichtigkeit, welche die Jahrszahl, wenn fie echt wäre, für die Datierung des Donat hätte,gebe ich hier eine Nachbildung nach einer Paufe, _ _
die mir Heffels im Jahr 1881 von der feinigen,
die er in Paris vom Original genommen hatte, zu {vcs
nehmen erlaubte. Die Zahl 5 würde undurchfchnitten nach der Schreibweife der Zeit etwa
die Ge(falt haben.
3. Mehrere Blätter und Blattteile eines 27zeili gen Donat. British Mufeum. He(felsl58.
4. Blattteile eines folchen (?). Ebenda. Heffels 159.
5. Blattteil eines 30zeiligen Donat. Mainz, Stadtbibliothek. Heffels 159. Facfimilebei Wetter, Buchdruckerkunft Tafel II.
6. 25zeiliger Donat, von welchem De Laborde, Debüts delMmprimerieaMayence et äBamberg zu S. 22 fechs Zeilen in Abbildung gibt. Die Typen waren, danach zu urteilen, in(chlechtem Zu(fand. Laborde fagt nichts über Vollftändigkeit und Aufbewahrungsort. Beidem, was er bemerkt, liegt eine Verwechfelung mit dem von Peter Schöffer in den Typender 42zeiligen Bibel gedruckten 35zeiligen Donat vor. Diefem Irrtum gegenüber i(t feineAngabe, daßder Donat 25 Zeilen zähle, auch mitVorficht aufzunehmen. Nicht bei Heffels.
Wie die hieraufgezählten Donatausgaben bei näherem Studium der Druckerpraxis etwaunter einander und unter die übrigen Stücke chronologifch einzuordnen wären, wäre nochzuunterfuchen. Möglich, daß die eine oder andere fogar foweit zurückreicht wie der deutfcheCifianus, den Gutenberg mit diefen Typen gedruckt hat, worüber ich an anderer Stelledas Nähere zu bringen gedenke.
Ich komme zum letzten Benutjer der Typen der 36zeiligen Bibel, Albrecht Pfi(fer zuBamberg, den man immer noch eine größere typographifche Rolle fpielen läßt, als ihm