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sie dargestellt hat. Allein in Amerika mußten nach derBland-Bill von 1878 sehr große Quanten behufs Aus-prägung monatlich angekauft werden, und im Jahre 1890erhöhte sich zu Folge der Sherman-Bill der Ankauf aufjährlich 54'/-. Millionen Unzen. Das war doch gewiß einstarker Verbrauch zu Münzzwecken."
Die Londoner „Financial News" antworteten hierauf:„Ein anderer merkwürdiger Irrthum in Dr. KochsRede ist der Versuch, die Silberentwerthung ohne Rück-sicht auf Demonetisation des Silbers zu erklären. Erglaubt jedoch dies durch die Produktionsvermehrung thunzu können. Weil mehr Silber geprägt worden ist, seitdemdie europäischen Münzstätten der freien Prägung geschlossenworden sind, glaubt er annehmen zu dürfen, daß unbe-schränkte Prägung kein entscheidender Faktor für denSilberpreis ist. Dr. Koch kann unmöglich den Berichtunserer Gold- und Silberkommission studirt haben; denndie wenigen Streitfragen, welche dieser Bericht entschiedenhat, sollten als definitiv erledigt betrachtet werden, undNiemand, der sich berechtigt glaubt, über diese Frage zusprechen, sollte wiederholen, was dort als Irrthum nach-gewiesen ist."
Schon die ersten Worte des Herrn Dr. Koch zeigen,daß ihm der Kernpunkt dieser ganzen Frage noch nichtdeutlich geworden ist. Nicht um die Demonetisation desSilbers, nicht um das Angebot handelt es sich, sondernum die Nachfrage. Der Preis wird doch niemals durchdas Angebot allein entschieden und deshalb ist der Hin-weis aus die Produktionsvermehrung an sich belanglos.Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Die Aen-derung der Münzgesetzgebung raubte dem Silber dieNachfrage, und zwar eine unbeschränkte Nachfrage zueinem festen Goldpreis, das ist das Entscheidende. So-lange diese Nachfrage bestand, also solange die Münz-gesetzgebung unverändert blieb, solange war eben dieSilberentwerthung unmöglich, gleichviel ob die Silber-produktion zunahm oder nicht. Will man beweisen, daßdie Vermehrung der Silberproduktion das Silber ent-wertete, so muß man zuerst den Nachweis führen, daß