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bei einer Münzgesetzgebung, wie sie bis 1871 bestand, dieProduktionsvermehrung nicht hätte absorbirt werden können.Es ist aber gerade von Lexis in seinen früheren Schriften(1881) zahlenmäßig bewiesen worden, daß der lateinischeMünzbund alles überschüssige Silber aufnehmen und Golddafür hergeben konnte. „Es ist leicht," sagte Lexis, „durcheinen einfachen Ueberschlag zu zeigen, daß Frankreich beisonst gleich bleibenden Umständen bis auf den heutigenTag (1881) feine Position dem Silberandrang gegenüberohne Schwierigkeiten hätte behaupten können, es würdenur. einen verhältnißmäßig kleinen Theil seines Goldesverloren haben und ein allerdings beträchtliches aber nichtübermäßiges Silberquantum mehr haben aufnehmenmüssen." Soetbeer sogar hat zugegeben, daß ohne dieSuspension der französischen Silberprägungen der Silber-preis niemals unter 59 Pence hätte sinken können.
Die umfassendste Untersuchung der Währungsfrage,welche jemals stattfand, war die der Königlichen Komission,welche in England 1887—88 tagte und ein äußerst umfassen-des Thatsachenmaterial zn Tage förderte. Von den 12 Mit-gliedern gehörtenjederWährungspartei «I an. Trotzdem konnteman sich über eine Reihe von Punkten einigen, zu denenauch die Frage der Ursache der Silberentwerthung gehörte.Man kam hier zu folgendem Ergebniß:
„Nun, zweifellos, das Datum, welches die Trennungs-linie zwischen einer Epoche annähernder Unverrückbarkeit(llxit,^) in dem relativen Werth von Gold und Silber,und einer von ausgeprägter Unstabilität bildet, ist dasJahr, wo das bimetallistische System, welches vorher inder Lateinischen Union in Kraft gewesen war, aufhörte,in voller Thätigkeit zu sein; und wir sind unwiderstehlichzu der Schlußfolgerung geführt, daß die Thätigkeit jenesSystems, etablirt, wie es war, in Ländern, deren Be-völkerung uud Verkehr beträchtlich waren, einen wesent-lichen Einfluß auf den relativen Werth der beiden Metalleausübte.
„So lange, als jenes System in Kraft war, denkenwir, daß es, ungeachtet der Aenderungen in der Pro-duktion uud dem Gebrauch der Edelmetalle, den Markt-