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Wir und die Engländer : offener Brief an einen englischen Freund / von Otto Arendt, Mitgleid des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten
Entstehung
Seite
38
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umgaben, als Sie ilmunsern Freund in der Not" nannten und fürein Bündnis mit Deutschland eintraten, da geschah das nur, um IhrePredigt zum Krieg gegen Frankreich wirksamer zu machen. Mit einemWort: Sie waren durch zwanzig Jahre der journalistische Brandstifterin England , ein Mann, stets bereit, die Welt in Flammen zu versetzen,um daraus ein Ieitungsplakat zu machen."

Der Verfasser führt dann weiter aus, wie der jetzige Weltkrieg eineLieblingsidee des Aeitungsmagnaten gewesen sei, und wie er jetzt trium-phiere, daß er und seine Zeitungen richtig prophezeit haben. Aberdie Anklageschrift schließt mit den Worten:Der Krieg wird vielenDingen ein Ende bereiten, und unter diesen wird sich, so dürfen wirhoffen, auch das Ende des unheilvollsten Einflusses befinden, der je-mals die Seele des englischen Journalismus verdorben und vergiftet hat."

Wie ist noch eine Hoffnung auf rechtzeitige Hilfe, wenn die Mög-lichkeit einer richtigen Einschätzung der Verhältnisse in England fehlt?Dann muß eben das Verhängnis seinen Gang gehen. Deutschland istjugendlich stark und kerngesund, der Weltkrieg hat unsere Lebenskraftauf allen Gebieten gesteigert, England ist in? Niedergang, sein Weltreichist überall ini Zerfall. Noch pocht es auf Macht und Reichtum, wie einstKarthago. Wir sind das Rom der Neuzeit, England das moderne Kar-thago . Und was im Altertum geschah, wird jetzt sich wiederholen.French ist kein Hannibal, aber selbst wenn er es wäre, das Schicksal laßtsich nicht aufhalten. Der Sieg ist bei Rom und Deutschland !

Wesseu das Herz voll ist, geht nicht nur der Mund, sondern auch dieFeder über. Aus einem Brief ist eine Schrift geworden. Ich wollte Ihnenmeine Gedanken darlegen, um Ihnen zu zeigen, wie man in Deutsch-land während des Weltkrieges denkt und empfindet. Sie kennen mich seitlange und wissen, wie frei ich mich von nationalen Vorurteilen zu haltensuchte. Gewiß das gelingt niemand ganz, das beweisen mir Ihre Dar-legungen, die mich zu dieser Schrift veranlaßten. Es wurde mir dann beimSchreiben selbst zum Bedürfnis, unseren deutschen Standpunkt denendarzulegen, die über den Weltkrieg namentlich im Auslande auf ein-seitige deutschfeindliche Darstellungen angewiesen sind. Ich hoffedaß die zahlreichen Männer, mit denen ich so oft auf den interparla-mentarischen Konferenzen bemüht war, die Schrecken des Weltkriegesvon uns fernzuhalten, nun da wir mitten im Gewitter stehen und dasEnde des Unwetters noch nicht abzusehen vermögen, doch meine Stimmegern hören werden, wie ich auch von Ihnen verehrter Freunderwarte, daß Sie, so schmerzlich Sie meine Worte empfinden, doch