Druckschrift 
Die bäuerlichen Verhältnisse im Elsass : durch Schilderung dreier Dörfer / erläutert von A. Hertzog
Entstehung
Seite
60
Einzelbild herunterladen
 

60

III. ABSCHNITT.

region gegen Oberchnlieim zu, bis an die Grenzen des Mols-heimer Kreises; ferner die vom Fusse der Hügel bis zur 111sich erstreitende, sehr reiche Illebene, und die ärmere, rechtsder 111 gelegene Rheinebene.

Hüttenheim befindet sich am linken Ufer der 111, woauch der grösste Theil seiner Flur gelegen ist.

Vom Kantonorte Benfeld ist es nur 2 Kilometer ent-fernt, jedoch so, dass die äussersten Enden dieser zwei Ortesich beinahe berühren. Bis nach Strassburg sind es nur 29Kilometer, nach Schlettstadt 15.

Seine Lage bei zwei Bevölkerungscentren, wie dieseStädte, musste natürlich auch nicht wenig zu seiner wirtli-schaftlichen Entwickelung beitragen.

Die Haupthandelsverbindungen hat es mit der StadtStrassburg . Dorthin werden auch die meisten handelbaren,landwirtschaftlichen Producte durch Vermittelung des Gross-handels gebracht.

Seine Verkehrsmittel sind sehr entwickelte; ohne derUlschifffahrt zu vergessen, welche aber mehr blosse localeBedeutung hat früher war es freilich anders muss manerwähnen, dass Hüttenheim jetzt durch eine schöne, kleineStrasse, sowie durch einen gut fahrbaren Weg mit der grossenStaatsstrasse verbunden ist.

Ein ausgedehntes Netz von Bezirks- und Kreisstrassenverbindet es mit allen naheliegenden Ortschaften des Kreises,und in einer halben Stunde erreicht man die BahnstationBenfeld .

Angezogen durch alle diese Vortheile der Lage, hatsich hier die Baumwollenindustrie niedergelassen, ein Er-werbszweig , welcher in den letzten 50 Jahren Alles dazubeitrug, aus dem frühem Bauern- und Fischerort ein schönes,grosses, reiches Dorf zu machen, wie es dies jetzt noch ist,und es noch weit mehr war in der Periode der 60 er understen 70 er Jahre.

Von dieser Entwicklung, aber auch von diesem Rück-gänge werden wir noch zu reden haben.

Bevor wir aber zur Besprechung der wirthschaftlichenVerhältnisse dieses Dorfes übergehen, bitten wir den Leser