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Die bäuerlichen Verhältnisse im Elsass : durch Schilderung dreier Dörfer / erläutert von A. Hertzog
Entstehung
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II. ABSCHNITT.

DAS DORF GEBERSCH WEIER (IM OBER-ELSASS ).

Eine der gesegnetsten Gegenden des Elsasses ist dieHügelregion , welche sich längs der Yogesen von Tann bisnach Wolxheini erstreckt; es ist dies Gebiet der schönsteund reichste Theil unseres Landes.

Die Gesteinarten, die Lage dieser Hügel sind dem Reb-wuchse sehr günstig, sodass schon sehr früh darauf Waldund Gestrüpp der Rebe weichen mussten; diese nimmt allegünstigen Lagen ein, sie besetzt den kleinsten nutzbarenFleck. Auf jeden der Sonne gut ausgesetzten Fleck wirddie Rebe gepflanzt, und auf diesen Bergen, wo sonst weniggedeihen würde, bringt diese Kultur die reichsten Erträge.

Die Rückwirkung dieser günstigen Konjunkturen be-obachtet man sehr leicht an den schönen, säubern, dicht aufeinander folgenden Gebirgsdorfschaften. liier im Rebgebirgewird die Bevölkerung am dichtesten; sie erreicht die Zahlvon 150200 Seelen auf den Quadratkilometer.

Als typisches Dorf dieser Gegend haben wir das grosseDorf Geberschweier, Kreis Gebweiler, Kanton Rufach imoberelsässischen Reblande ausgewählt.

Das Dorf zählt 1384 Einwohner; seine Gemarkung um-fasst 870 ha; davon sind Wald 520 ha; Weinland 138 ha;Ackerland 109 ha.

Aus diesen Zahlen geht hervor, dass neben dem Reb-bau der Ackerbau in beinahe gleicher Ausdehnung betrieben

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