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II. ABSCHNITT 1 .
wird; jedoch ist der Rebbau die Hauptsache; er ist derNerv aller Wirtschaften.
Das Dorf liegt sehr malerisch am Abhange eines juras-sischen Kalkhügels, mitten in den Reben drin, welche umdas Dorf herum und an der sonnigen Anhöhe ein ausge-zeichnetes Gewächs heranreifen lassen.
Die Bauart des Dorfes ist die den Dörfern des Reb-landes eigentümliche romanische. Hier sind die Häuserdicht aneinder gerückt, und erheben sich in der Mehrzahlim wohlhabenden Theile des Dorfes zur zweiten Stockhöhe.
Alle Häuser sind Steinbauten, und beinahe alle habenin der Front selbst ein grosses gewölbtes Einfahrtsthor.
Alle Gassen sind gut gepflastert und immer sehr reingehalten.
Den meisten Dorfschaften des Reblandes eigentümlich,da sie im Mittelalter oft befestigt waren, ist die regelmässigeAnlage, die ihnen, wenn man sie vom Berge aus besieht, dieForm eines länglichen Vierecks geben. So Geberschweier,St. Pilt, Bergheim etc.
Was den landwirtschaftlichen Betrieb anbelangt, sokann man sagen, dass er im grossen Ganzen sehr rationellgehandhabt wird.
Das Ackerland am Fusse der Hügel wird überall infreier Wirtschaft umgetrieben, und wäre es schwer, hiereinen festen Turnus aufzuweisen.
Einigen Nachtheil übt hier der Wiesenmangel auf dieWirtschaften ein; dadurch fehlt der Dünger, der in grossenQuantitäten noch zugekauft werden muss. Es ist dies eineThatsache, die in allen, stark Rebbau treibenden Ortschaftenvorkommt.
Wie wichtig der Weinbau hier ist, beweist schon die An-gabe, dass allein im Jahre 1878 —1879 10 576.12 Hectol. Weinaus Geberschweier ausgeführt wurden, welche einen Geld-werth von 444 197,04 fr. darstellen.
Der Weinhandel vollzieht sich durch die Vermittlungder sogenannten Weinsticher, Handelsmäkler, die sich nurmit dem Verkaufe der Weine beschäftigen.
Früher waren diese W r einstichcr beeidigte Gemeinde-