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Das Geldwesen der Vereinigten Staaten von Amerika im 19. Jahrhundert : vom Standpunkte des Staates im Überblick / von Johannes Scheffler
Entstehung
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6. DIE NATIOXALBANKEN. 18631907.

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Der Idee nach ist der Notenumlauf unbeschränkt. De factoindes findet er seine Grenzen und zwar ziemlich enge 1. durchdie vorhandene (zurzeit geringe) Menge der United States Bonds,2. durch die Bestimmung, daß eine Bank nur bis zur Höhe ihresvoll eingezahlten Aktienkapitals Noten ausgeben darf. Schließ-lich dürfen Notenabschnitte unter 5 Dollars nicht ausgegebenwerden. Diese letztere Bestimmung verdankt ihre Entstehungnicht einem bestimmten Prinzipe, sondern ist lediglich deswegengetroffen, um dem staatlichen Papiergeld, hauptsächlich denSilberzertifikaten, im Verkehr genügenden Raum zu lassen.

Die Folge der angegebenen eigenartigen Bedingungen ist:der Notenumlauf in den Vereinigten von Amerika , vor allenDingen Ausdehnung und Kontraktion, vollzieht sich nicht jenach Bedarf. Es sind vielmehr rein egoistische Interessen desGewinnes, welche ihn beherrschen. Der eventuell aus der An-lage oder Nichtanlage in Bonds, die zur Deckung geeignet sind,zu erwartende Gewinn oder Verlust ist entscheidend. Nur zuhäufig wirkt diese Tendenz gerade entgegengesetzt, als eswünschenswert wäre. Der Notenumlauf ist infolgedessen lächer-lich klein gegenüber den verschiedenen Arten staatlichen Papier-geldes. Er erscheint fast als eine konstante Größe in der Masseder Umlaufsmittel und bedeutet daher de facto nichts anderesals ein durch Wertpapiere gedecktes Papiergeld.

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Sfaafswissenschafilichen Seminars

der Universität Göttingen