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Handels-, Zoll- und Zunftcinrichtungcn, die falsche Begünstigung der Städte aufzuheben,dann kommt die Gesellschaft zur Natur, zur Gerechtigkeit, zur Gleichheit zurück. Dabei,ist sehr vieles fein und wahrheitsgetreu beobachtet; in einschmeichelnder, harmloser Weisewerden die radikalen Gedanken vorgetragen; sympathisch ist von den Arbeitern und ihrerHebung die Rede, während der Egoismus der Unternehmer als Ursache künstlicher Gesetz»gebung gebrandmarkt wird. Die geschickte Voranstellung der Arbeit und Arbeitsteilung,die gleichmäßige Betonung, wie überall die Arbeit den Reichtum erzeuge, aller Tauschein Tausch von Arbeitsprodukten sei, giebt den Ausführungen über Produktion, Verkehrund Einkommensverteilung eine geschlossene Einheit, die gewinnen und bestechen mußte.
Daher die ungeheure Wirkung des Buches trotz seiner Einseitigkeit. Es gab denliberalen Forderungen des wirtschaftlichen Individualismus den vollendetsten Ausdruck-es sprach berechtigte Forderungen der praktischen Reform zur rechten Zeit aus. Esschloß sich den großen philosophisch-moralischen Idealen des Jahrhunderts rückhaltlosan und trug doch den Stempel nüchterner Wissenschaft und empirischer Forschung ansich. Mochte es also fälschlich an die natürliche Gleichheit der Menschen glauben, diebestehenden Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse zwischen den Staaten und den socialenKlassen nicht gehörig würdigen, optimistisch das Individuum und seine egoistischen Triebeüberschätzen, die Bedeutung des Staates und der staatlichen Einrichtungen verkennen,mochte der Rationalismus des Aufklärungseiferers in ihm immer wieder Herr werdenüber den historischen und psychologischen Forscher, mochte das ganze Bcobachtungsfeldein recht beschränktes sein, das Buch war doch fähig, für hundert Jahre zur sammelndenFahne der Staatsmänner und der Klassen zu werden, welche die bürgerlich-liberaleTauschgesellschaft mit Freiheit der Person und des Eigentums in Westeuropa voll durch-führen wollten.
Den verbreitetsten Lehrbüchern und Schriften der folgenden Generationen dienteA. Smith als Vorbild. In Frankreich haben I. B. Sah (Iraitö cl'öecmomie politicim^1803 :c.) und Charles Dunoyer (I^dm-ts clu tra-vatl. 1845), in Deutschland Eh. I. Kraus(Staatswirtschaft, 1808—11), Eusebius Lotz (Revision der Grundbegriffe der National.Wirtschaftslehre, 1811—14), Karl H. Rau (Lehrbuch der politischen Ökonomie, 1826—37,neue Auflagen bis 1863/69), F. B. W. Hermann (Staatswirtschaftliche Untersuchungen,1832 und 1870) die Smithschcn Gedanken popularisiert und systematisiert, teilweise sieschärfer gefaßt, teilweise sie mit anderen Gedankenrichtungen, wie hauptsächlich Rau mitden realistischen Überlieferungen der deutschen Kameralistik, geschickt zu verbinden gewußt.In England hat D. Ricardo (?rineir>Ies ok politieal eeonamv anet taxation, 1817,deutsch 1837) den Versuch gemacht, aus der Smithschcn, immerhin weitausgreifendcnDarstellung das, was ihm als Bankier und Geldmann geläufig war, auszuscheiden unddaraus sowie aus den Erfahrungen seines Geschäftslebens eine Einkommens-, Geld- unkWertlehre zu machen, die in der Form allgemeiner Begriffe und abstrakter Lehrsätzemit einer gewissen Schärfe operierte, teils zu einer logischeren Formulierung der Smith-schcn Gedanken, teils zu schiefen und falschen, nicht mehr auf empirischer Grundlageruhenden Schlüssen führte. Nach ihm hat sein Schüler und jüngerer Freund, JohnStuart Mill , die englische Nationalökonomie bis in die Gegenwart beherrscht; auch erbewegt sich trotz seiner universellen Bildung in den Geleisen des abstrakt radikalenindividualistischen Naturrechts des 18. Jahrhunderts; er ist der gläubige Schüler derBcnthamschen Nützlichkcitsmoral, die zwar das größtmögliche Glück der größten Zahlvon Menschen auf ihre Fahne schreibt und um eine empirisch-Psychologische Moral»forschung wesentliche Verdienste hat, aber zu einer- tieferen Auffassung von Staat,Gesellschaft und Volkswirtschaft nicht kam. Mill , der mit den ?i-inLii>1ös ok i>c>litieal seo-ncmi) nirb some cck tbsir Applications to sooi-ll xliilosopliv (1847, deutsch 1852) gleichsameine neue Auflage Smiths geben will, führt, wie dieser, eine abstrakte Theorie selbst-süchtiger, tauschender Individuen vor, in die er einzelne historische, rechtsgcschichtlicheund socialpolitische Kapitel unvermittelt einschiebt; besonders im höheren Alter war ihmdie Unfähigkeit seiner Grundanschauungen, die socialen Probleme einer neuen Zeit zulösen, wohl klar geworden. Aber so sehr er sich nun unter dem Einflüsse seiner gefühl-