Die historische und geographische Bevölkerungsdichtigtcit,
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wenigen Stellen thatsächlich zutrifft. Die deutsche Dichtigkeit ist heute 91, aber die
Kreise schwanken zwischen 14 und 600; die großbritannisch-irländische ist 124, während
sie in den Grasschaften von wenigen Seelen bis 4400 steigt.
Am belehrendsten scheint es mir nun, die Mitteilung der Thatsachen mit einem
Schema zu beginnen, das die typische Dichtigkeit nach den Stufen der ökonomischen
Knltur und nach den gröbsten Naturunterschieden anführt: ich schließe mich dabei der
Aufstellung von Ratzel au. Die Dichtigkeit ist für gewöhnlich bei und in:
pro Geviert- pro Geviert-Jäger- und Fischervölkern in den armen Gebieten des meile kilometerNordens.............. 0,1—0,3 0,0017—0,0053
Jägervölkern der Steppengebiete (Buschmänner, Pata-
gonicr, Australier)........... 0,1—0,5 0,0017—0,0033
Jägervölkern mit etwas Hack- und Ackerbau (Indianer,
Dajak, Papua, ärmere Neger)....... 10—40 0,17—0,70
Fifchervölkern an Küsten, Flüssen, auf Inseln (Nordwest-Amerika, Polynesien ).......... bis 100 bis 1,77
Hirtennomaden............. 40—100 0,70—1,77
Hack- und Ackerbauern mit etwas Gewerbe und Verkehr
(Jnnerafrika, Malaien)......... 100—300 1,7—5,3
Nördlichen indogermanischen Ackerbauern und Viehzüchtern
zur Zeit vor Christi Geburt (Kelten, Germanen) . 282—675 5—12
Halbnomaden mit Ackerbau in den Tropen (Kordofan,
Bennan).............. 200—500 3,4—8,9
Fischervölkern mit etwas Hack- und Ackerbau in den
Tropen (Inseln des stillen Ozeans)..... bis 500 bis 8,9
Jungen Ländern mit europäischem Ackerbau oder klima-tisch unbegünstigten Gebieten Europas .... bis 500 bis 8,9
Mittel- und südeuropäischen Ländern mit Dreifelder-und ähnlicher Wirtschaft, den Anfängen gewerblich-städtischer Kultur, noch ansehnlichem Waldbestande(z. B. Griechenland 400 — 300 v. Chr., Italien
300 v. bis 100 n. Chr., Mitteleuropa 1200—1500) 1000—1500 17,7—26,6Mitteleuropäischen Ackerbaugebieten mit mäßiger städti-scher und gewerblicher Entwickelung in der Zeit von
1600—1850 ............. 1500—2000 26—35
Reinen Ackerbaugebieten Südeuropas bis zur Gegenwart bis 4000 bis 70
Heutigen gemischten Ackerbau- und Industriegebieten
Mitteleuropas ............ 4000—6000 70—106
Heutigen besseren Ackerbaugebieten Indiens, Javas,
Chinas............... 10 000 177
Gebieten der europäischen Großindustrie, der Groß- und
Haupthandclsstädte........... 15 000 266
Weinbaugegcnden, industriellen Central- und Montan- zc.
Gegenden.............. 17—18000 300—318.
Ich füge diesen schematischen Schätzungen nun noch einige historische und eineAnzahl neuerer feststehender Zahlen bei:
Frankreich Deutschland England und Wales
zu Cäsars Zeit 7,6 zu Christi Geburt 5—6 1100 8
1328 40 1300 17—20 1450—1600 17
1574 27 1620 25 1700 33
1700 42 1700 26—28 1800 58
1800 50 1800 40—45 1891 192
1395 71 1895 92.