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22 I. DIE ENTWICKELUNG DER SPANISCHEN STAATL. ZAHLUNGSMITTEL.
Um die für die Ausmünzung und den Ankauf von Goldund Silber maßgeblichen Relationen beider Metalle zu erkennen,können wir jedoch nur die feinen, nicht die bereits legiertenMetalle berücksichtigen, wie man es oft in Spanien irrtümlichgetan hat; denn Gold- und Silbermünzen hatten seit 1772 nichtden gleichen Feingehalt. Der Staat prägte aus der Mark Fein-silber 188,315 Realen vn, aus der Mark Feingold 3108,57 Realenvn, so daß aus einem Gewichtsteil Goldes 16,508 mal so viel Wert-einheiten hergestellt wurden als aus einem Gewichtsteil Silbers.Für die Metalllieferanten ergab sich unter Berücksichtigungdes Schlagschatzes ein Verhältnis des Ankaufs beider Metallevon 1 16,8.
Sämtliche Goldmünzen waren bares Geld. Auch die kleinenprovinziellen Goldmünzen waren im Jahre 1779 infolge Herauf-setzung ihres Zahlwertes zum Bargelde erhoben worden. Ja, siehatten sogar einen etwas höheren spezifischen Gehalt bekommenals die großen nationalen Goldstücke. Der Grund dafür lagdarin, daß es dem Staate bei der mehrfachen Augmentation undVeränderung der kleinen Goldmünzen nicht gelang, sie in einrichtiges Verhältnis zum nationalen Gold- und Silbergelde zubringen. Bei der damals noch recht unvollkommenen Einrichtungder Münzstätten und der Schwierigkeit, kleine Goldstücke her-zustellen, soll, wie berichtet wird, der Staat nur verhältnismäßigwenig davon haben prägen lassen.
Sie waren wegen ihrer geringen Größe, der leichten Ver-lierbarkeit und wegen der starken Abnützung beim damaligenPublikum auch nicht beliebt.
Die nationalen Silbermünzen waren bar, die silbernen.Provinzialpesetas, halben Provinzialpesetas und Realen de Vellondagegen waren notal. Der Staat, welcher die provinziellen Silber-münzen allein herstellte, prägte mehr Werteinheiten in solchenStücken aus der Gewichtseinheit, als die hylogenische Norm fürdie Verwandlung des Silbers in Geld angab. 1)
1) Die notalen Silbermünzen waren 3/5% leichter als die barenSilbermünzen.