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III. ENTWICKELUNG DER WÄHRUNG IN DER ZEIT VON 1868-1883.
Von einem ausgebildeten Chrysophantismus konnte manaber bis zum Jahre 1879 in Spanien nicht sprechen. Wohlwaren die neuen Alphonsdors valutarisches Geld, doch wurdensie in den ersten Jahren mit einer gewissen Unvollkommenheitausgeprägt, denn die gesetzliche Fehlergrenze im Feingehaltvon 2 Tausendsteln wurde nicht festgehalten. Nach den auf derPariser Münze angestellten Proben gingen die bis zum Jahre1879 geprägten Alphonsdors bis auf 895/1000 feinen Goldes herabund waren im Durchschnitt 896/1000 fein. 1)
Für das Silberkurantgeld war im Dekrete vom20. August 1876 ein späteres Datum vorgesehen, an welchemes zum Scheidegelde mit der kritischen Höhe der Annahmevon 150 Pesetas gemacht werden sollte. Die Regierung hattezwar die löbliche Absicht, einen Termin dafür festzusetzen, wenngenügend Goldgeld in Zirkulation sei, tatsächlich ist dieser Planaber niemals verwirklicht worden, und die Silberduros sind bisauf den heutigen Tag Kurantmünzen geblieben.
Auch wurde im Jahre 1876 die hylische Stellung desSilbers nicht vollständig zerstört, wie es in den Staaten derlateinischen Union geschah. Der Staat kaufte für das Rech-nungsjahr 1876/77 den nationalen Silberproduzenten ihre Er-zeugnisse unbegrenzt zum festen Preise von 200 Pesetas proKilogramm fein ab. Silber war also noch hylisches Metall,allerdings beschränkt auf die nationale Produktion. Die Wäh-rungskommission hatte zwar vorgeschlagen, die Silberprägungenauf einen Betrag von 122-15 Millionen Pesetas jährlich zubegrenzen und dadurch dem Lande, das so sehr an kleines.Geld gewöhnt sei, die für den kleinen und mittleren Verkehrnotwendigen Münzen zu schaffen. Die Regierung wollte jedochdie Silberproduzenten schützen und nicht absolut auf den Export.ihrer Produkte verweisen. So sollte also die Währung dazu.dienen, um die Interessenten des privaten Bergbaus vor etwaigenVerlusten bei weiterem Sinken der Silberpreise zu bewahren!
Der absolute Freihandel in Silber sollte beseitigt werden
1) cf. Ottomar Haupt, Arbitrages et parités, Paris 1882.