184 III. ENTWICKELUNG DER WÄHRUNG IN DER ZEIT VON 1868-1883.
gemacht, daß sie zwar die Provinzialbanknoten im lokalen Be-zirke annehmen könnten, es sollten aber die verschiedenenstaatlichen Verwaltungs-, Kontroll- und Kassenchefs persönlichund solidarisch für ihre Einlösung in Metallgeld haften. Bank-noten sollten bei allen Zahlungen der Staatskassen möglichstschnell wieder ausgegeben oder zur Einlösung gebracht werden,und die Bestände der Staatskassen an Banknoten sollten gering sein.Da also die Annahme der Banknoten eine Verpflichtungund Haftung der akzeptierenden Beamten in sich schloß, wurdensie an Staatskassen häufig zurückgewiesen und waren kaumnoch als staatliches Geld zu bezeichnen. Wirkliche Zirkulations-mittel waren sie nicht, wie auch daraus hervorgehen dürfte,daß ihre Metalldeckung immer größer, ihr Umlauf immer kleinerwurde. Die Metalldeckung betrug Ende des Jahres 1874 beiallen Notenbanken 89 Millionen Pesetas bei einer Gesamt-zirkulation von 98 Millionen Pesetas in Banknoten. Die Noten-zirkulation war von 6,50 Pesetas pro Kopf der Bevölkerung desJahres 1859 auf 6 Pesetas pro Kopf im Jahre 1874 zurück-
gegangen.
Das Banknotenwesen war damals noch völlig unentwickelt,so daß auch im innern Verkehr Zahlungen in gemünztem Geldevorherrschten.
Schon seit dem Jahre 1864 hatte sich infolge der Mängelder Dezentralisation des Bankwesens ein lebhaftes Verlangennach einer einzigen Notenbank geltend gemacht ¹), aber 10 Jahrevergingen, ehe sich die Regierung dazu entschloß, die Freiheitder Notenemission seitens der Lokalbanken aufzuheben und einZentralnoteninstitut zu schaffen.
Durch Dekret vom 19. März 1874 wurde schließlich dieAuflösung sämtlicher Provinznotenbanken als solcher und dieErrichtung einer einzigen Notenbank für das ganze Reich ver-
1) Siehe ,, La crisis monetaria en 1864", resumen de una discusionque sobre este tema tuvo lugar en varias sesiones de la academia en1864( enthalten in den Memorias de la real academia de ciencias moralesy politicas, Teil V, Madrid 1884); ferner Queipo, La crisis monetariaespañola, Madrid 1866, Seite 55.