§ 12. DAS SINKEN DES PESETAKURSES.
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auf die Gestaltung der intervalutarischen Kurse der Effekten-und Kapitalienverkehr von Land zu Land hatte..
Sobald einmal die Anlagen von Franzosen in spanischenUnternehmungen aufhörten, Frankreich dauernd seinen Besitzan spanischen Papieren abstieß, war eine automatische Regelungdes intervalutarischen Kurses nicht mehr möglich. Sollte dieGoldwährung Spaniens nicht dementiert werden, so mußten be-wußt starke exodromische Maßregeln von der Bank von Spanien ergriffen werden.
Ein Umschwung in den Zahlungsverpflichtungen zwischenFrankreich und Spanien trat nun im Jahre 1882 ein, ohne daßjedoch in Spanien Schritte dagegen getan wurden.
Die Gründe dafür waren in der Lage des französischen Geldmarktes wie in Spaniens Finanztransaktionen zu suchen. InFrankreich herrschte in den Jahren 1881 und 1882 eine schwereBörsen- und Geldkrisis, welche den ganzen Geldmarkt des la-teinischen Bundes ergriff. Man entledigte sich dort in starkemMaße ausländischer, namentlich spanischer Papiere, wodurchgroße Goldsendungen aus Spanien nötig wurden.
Beschleunigt wurde diese Abstoßung spanischer zins-tragender Papiere in Frankreich durch die Konvertierung, welcheSpanien mit seinen Anleihen vornahm. Durch das Konversions-gesetz vom 9. Dezember 1881 verwandelte Spanien einen Be-trag von 1469 Millionen Pesetas meist 60/ oiger amortisabler An-leihen in 1728 Millionen Pesetas 4% oige amortisable Schulden.Dabei wurde den Inhabern der Anleihetitel Umwandlung oderRückzahlung in Metallgeld freigestellt. Da nun französischeBesitzer der alten Titel teilweise Rückzahlung in Gold verlangten,mußte der spanische Staat im Januar und Februar 1882 etwa24 Millionen¹) Franken in Gold nach Paris zahlen . Außerdemverkauften aber Franzosen, als sich im Jahre 1882 die Geld-not in Frankreich steigerte , ca. 236 Millionen Pesetas ¹) neueramortisabler Schuld nach Spanien.
1) Nach Angaben von Jiménez y Rodriguez, La crisis monetaria,S. 155 u. 156.